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Das Design-Hotel auf dem Gelände des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB) wird internationale Gäste am Campus beherbergen.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 4/2015Thema: Unterschied

Weitblick für Spitzenforscher

IZB Residence auf dem Wissenschaftscampus

Ein organisch geformtes Design-Hotel steht als weithin sichtbares Wahrzeichen auf dem Gelände des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB). Es bietet Gelehrten der Spitzenforschung temporär Unterkunft und Raum für regen Austausch.

Wissenschaftler, die in einem abgeschiedenen Elfenbeinturm vor sich hin analysieren, gehören der Vergangenheit an. Ein Campus-Tower moderner Art beherbergt nun nahe München Wissenschaftler und Geschäftsreisende aus aller Welt. Denn heute wollen Spitzenforscher aus vielen Ländern in regem Kontakt miteinander stehen. Internationaler Austausch, bis hin zu interdisziplinären Projekten bringen Forschung und Wissenschaft rapide voran. So war sich Ilse Aigner, die stellvertretende Ministerpräsidentin von Bayern, in ihrer Festrede anlässlich der Eröffnung der IZB Residence auch sicher, „dass der Wissenschaftscampus Martinsried international seine Vorreiterrolle ausbauen wird und hier eine neue Ära in der Wissenschaftsszene anbricht“. Dies unterstreicht auch Dr. Peter Hanns Zobel, Geschäftsführer des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB), der Bauherr des neuen Campus-Towers. Er war es, der das vom Bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (STMWIVT) geförderte Projekt in seiner jetzigen Form umgesetzt hat. So ermöglicht das nach Plänen des Münchner Büros Stark Architekten erbaute Design-Hotel besondere Begegnungen. „Kernstück ist der Faculty Club G2B (Gateway to Biotech), der den Spitzenforschern als neues Kommunikationszentrum dienen wird“, erläutert Zobel das Konzept. Zu den ersten Mitgliedern des G2B zählen folgerichtig Professor Edvard Moser, Nobelpreisträger für Medizin des Jahres 2014, sowie Professor Dr. Tobias Bonhoeffer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie.

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Stark Architekten, München

Stark Architekten entwickelten für den Biotechnologiestandort Martinsried einen Hotelprototyp, der „mit seiner zeichenhaften Formensprache den signifikanten Mittelpunkt des Wissenschaftscampus als neues Kommunikationszentrum des gesamten Areals bildet“, so Architekt Jürgen Stark. Mit seiner besonderen Architektur wird der Bau, dessen Grundriss von biologischen Zellformen inspiriert ist, zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen für den Standort. „Unser Anspruch war es, durch organische, fließende Formen und dynamische Bewegungen Spannung zu erzeugen und gleichzeitig ein hohes Maß an Harmonie und Wohlbefinden zu schaffen. Mit einer modernen und eleganten Architektursprache konnte das Konzept bis ins kleinste Detail umgesetzt werden“, erläutert Stark.

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Stark Architekten, München

Die Architekten platzierten den achtgeschossigen Hotelbau als selbstbewussten Solitär mit Signalwirkung in das Umfeld. Der Campus-Tower schließt direkt an einen bestehenden Platz an und unterstützt dadurch dessen Funktion als Piazza mit urbanem Charakter. Eine weiße, dynamisch geformte Aluminiumhaut umhüllt den Stahlbetonbau, dessen massive Kerne, Stützen und Decken, allesamt mit Transportbeton vor Ort gegossen, die eigentliche Tragstruktur bilden.

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Stark Architekten, München

Alois Holzmaier vom Bauunternehmen Grossmann in Rosenheim hebt den besonderen Rohbau und die spezielle Geometrie des Untergeschosses hervor, für das der wasserundurchlässige Beton Permacrete eingesetzt wurde. In der kurzen Bauzeit von sieben Monaten erstellte er als Projektleiter zusammen mit dem Polier Günther Aufhammer und 18 Rohbauern, insbesondere versierten Betonbauern und Eisenflechtern, den anspruchsvollen Bau. „Der gesamte Rohbau wurde von uns mit Transportbeton von Heidelberger Beton ausgeführt. Aufgrund der besonderen Form des Gebäudes mussten die Brüstungen, die später nach außen hin hinter der Aluminiumfassade verschwanden, in verschiedenen Radien gegossen werden. Zwei massive Kerne und jeweils elf beziehungsweise, im oberen Bereich, neun Rundstützen in hoher Sichtbetonqualität tragen die punktgestützten Decken.“ Um die geforderte Glätte zu erhalten, wurden die faserverstärkten Cartonageschalungen mit speziellen Folien ausgekleidet. Denn im Innern des Bauwerks, an den Stützen und Betonwänden, war eine sehr hohe Sichtbetonqualität SB3 gefordert. Die Qualität dieses Betons wurde unter Verwendung von hochwertigem Weißbeton C35/45 mit Weißzement, Titandioxid und hellem Quarzsand erreicht, der per Sattelzug angeliefert wurde. „Wir sind in Sachen Beton sehr versiert, Fertigteile haben wir – außer bei den Treppen – nicht eingesetzt“, meint Holzmaier. „Die hohe Anforderung an Sichtbeton SB3 kommt zwar nicht alle Tage vor, aber wir konnten auch diese gut meistern.“
Fünf der sieben Geschosse dienen der Hotelnutzung, wobei jedes der Zimmer aufgrund der gehobenen technischen Ausstattung und dem innovativen Design zur individuellen Wohlfühloase wird.
Die öffentlichen Bereiche im Erdgeschoss und die Club-Lounge in der siebten Etage gestalteten die Architekten sehr offen. Unten, auf der Eingangsebene, geht der öffentliche Raum des Platzes in die Lobby des Gebäudes über, der Raum verengt sich dabei in der Gebäudemitte und bietet interessante Sichtbezüge zwischen Restaurant, Lobby und den Außenbereichen. Durch das gekonnte Spiel mit Enge und Weite erzeugten Stark Architekten ein bemerkenswertes Raumgefühl mit viel Spannung.
Wie in Martinsried arbeitet das ausführende Bauunternehmen Grossmann bei vielen Projekten mit Produkten von Heidelberger Beton. Qualität, Zuverlässigkeit bei der Logistik und nahe gelegene Standorte der Produktionswerke sind von Vorteil. Das fertige Design-Hotel hat Projektleiter Holzmaier noch nicht besucht. Aber er erinnert sich gut an den Blick vom Faculty Club im obersten Stock weit hinüber zu den Garmischer Bergen, vom Karwendelgebirge bis zu den Schlierseer Bergen. Das ist eine Aussicht, die nicht nur Spitzenforscher inspirieren kann.


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Faculty Club – Wissenschaftler im Gespräch

Für die über 600 Professoren des IZB-Campus in Martinsried und die rund 100 Geschäftsführer und CEOs der IZB-Unternehmen fehlte bisher ein Ort zum gegenseitigen Austausch und zur interdisziplinären Verzahnung der Menschen und ihrer Ideen. Mit dem Faculty Club G2B auf der siebten Etage der IZB Residence mit Blick über die Alpen gibt es nun einen modern ausgestatteten, 170 Quadratmeter großen Clubraum. Hier können die Mitglieder internationale Gäste empfangen, Hintergrundgespräche mit Stakeholdern führen, Projekte mit Kooperationspartnern ins Leben rufen oder in Ruhe über die nächste Finanzierungsrunde mit Geldgebern sprechen. „Ich fühle mich in der IZB Residence rundherum Wohl. Die Nähe zum Max-Planck-Institut ist natürlich einzigartig“, erklärte Professor Edvard Moser, Nobelpreisträger für Medizin des Jahres 2014, im Rahmen seines Aufenthaltes auf dem Campus Martinsried. Auch Professor Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, ist mit dem Campus-Tower sehr zufrieden. „Die IZB Residence und der Faculty Club sind nicht nur architektonisch eine weithin sichtbare Bereicherung des Campus Martinsried. Als Ort der Begegnung zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Max-Planck-Institute, der neun Institute der Ludwig-Maximilians-Universität und der Firmen des IZB kommt ihm eine wichtige Rolle bei der Vernetzung des Wissenschaftsstandortes München zu“, ist Stratmann überzeugt.

Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB)

Die Fördergesellschaft IZB mbH, eine Tochtergesellschaft des Freistaates Bayern, im Jahre 1995 gegründet, ist die Betreibergesellschaft der Innovations- und Gründerzentren Biotechnologie in Planegg-Martinsried und Freising-Weihenstephan, die in den Top Ten der Biotechnologiezentren weltweit zu finden sind. Auf 25.000 Quadratmetern sind derzeit 63 Biotechunternehmen mit über 650 Mitarbeitern angesiedelt. Im IZB in Martinsried und Weihenstephan wird an der Entwicklung von Medikamenten gegen schwerste Erkrankungen, wie etwa Krebs, Alzheimer und diversen Autoimmunerkrankungen gearbeitet – und es gibt erste Erfolge. Im IZB Freising-Weihenstephan – 15 Minuten vom Flughafen entfernt – befassen sich Wissenschaftler mit Entwicklungen im Bereich Life Science. Ein wesentliches Kriterium für den Erfolg der IZBs ist die räumliche Nähe zur Spitzenforschung. Link: www.izb-online.de

Institutionen auf dem Campus Martinsried

Auf dem Campus der IZB in Martinsried nahe München sind, wie auch am Standort Freising-Weihenstephan, führende Institutionen im Bereich der Biotechnologie angesiedelt. So etwa das Max-Planck-Institut für Biochemie, das Max-Planck-Institut für Neurobiologie, die Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Klinikum Großhadern der LMU, die Fakultät für Pharmazie und Chemie der LMU, das Neurologische Forschungszentrum, das Hämatologikum des Helmholtz Zentrums München, das Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung (ZNP), das Genzentrum der LMU und das Institut für Biochemie, Biomedizinisches Zentrum der LMU (im Bau), das Zentrum für Schlaganfall- und Demenzforschung, das Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme, das Forschungsnetzwerk BioSysNet (im Bau), das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB sowie das Bayerische Cluster für Biotechnologie und über 60 Biotech-Unternehmen.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Hotel IZB Residence, Campus-Tower, achtstöckiges Hotel mit Restaurant und Faculty Club

Bauherr:
Fördergesellschaft IZB GmbH, Planegg-Martinsried

Architekten:
Stark Architekten, München

Projektsteuerer:
Heidelberger Beton GmbH – Gebiet Franken, Lieferwerk Dettelbach

Statik:
Behringer Beratende Ingenieure GmbH, München

Bauphysik:
PMI Ingenieurgesellschaft mbH, Unterhaching

HLS Planung:
Climaplan GmbH, München

Elektro-Planung:
IB Ewald+Grau, Neumarkt

Landschaftsarchitekten:
Schegk Landschaftsarchitekten, Haimhausen

Bauunternehmung:
Grossmann Bau GmbH & Co. KG, Rosenheim

Betonproduzent:
Heidelberger Beton GmbH, Gebiet München, Werk Gräfelfing

Beton:
insgesamt 1.600 m³ Transportbeton, davon ca. 20 m³ Weißbeton C35/45 der Konsistenzklasse F5 mit Weißzement, Titandioxid und hellem Quarzsand sowie Permacrete, weicher Qualitätsbeton mit reduziertem Wasserzementwert (w/z < 0,55) für wasserdichtes Untergeschoss

Betontechnologische Beratung:
Betotech Baustofflabor GmbH, Bereich München

Zuschläge:
Glück Kies Sand Hartsplitt GmbH, Gräfelfing und Rohrdorfer Sand und Kies GmbH, Rohrdorf.

Pumpendienst:
Weber Betonpumpen Bayern GmbH, Bergkirchen

Fertigstellung:
2015

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