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Geschäftsführer W. Ludwig Andresen ist bewusst, dass ein Abbau immer auch einen massiven Eingriff in die Landschaft bedeutet und man damit auch andere Interessen berührt, wie etwa Landwirtschaft, Freizeit, Naturschutz.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 4/2015Thema: Unterschied

Gute Planung macht den Unterschied

Kieswerk und Deponie in Damsdorf

In Damsdorf entsteht die zurzeit größte Deponie Schleswig-Holsteins: Auf ihr werden gar nicht bis schwach belastete Böden lagern. Jahrelange, vorausschauende Planung, ein gutes Management und frühzeitige Kommunikation sorgen bis in die Bevölkerung hinein für große Zustimmung.


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In gute Hände geben

Das Unternehmen Kieswerke Andresen GmbH aus Damsdorf blickt auf eine über 125-jährige Geschichte zurück. W. Ludwig Andresen, der Geschäftsführer und ehemalige Inhaber, ist der Urenkel des damaligen Gründers. Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für sein Unternehmen traf die Heidelberger Sand und Kies GmbH seine Vorstellungen – und umgekehrt: „Die Kieswerke Andresen passen nicht nur zu unserem Portfolio, sondern auch zu unseren Unternehmensgrundsätzen: ökonomische wie auch ökologische und ethische“, erklärt Thomas Wittmann, Geschäftsführer der Heidelberger Sand und Kies. Die Kieswerke Andresen GmbH sind bereits seit 2007 eine 100-prozentige Tochter des Unternehmens. W. Ludwig Andresen blieb seiner ehemaligen Firma als Geschäftsführer erhalten – und gründete gemeinsam mit dem Deponiebetreiber Krebs GmbH & Co. KG aus Neumünster 2014 die ABE Deponie GmbH, Damsdorf. Über die Kieswerke Andresen ist Heidelberger Sand und Kies an ihr zu 50 Prozent beteiligt.

Aus der Vogelperspektive zeigt sich die Landschaft der Segeberger Gemeinden Damsdorf und Tarbek geprägt vom Abbau: Ausläufer der letzten Eiszeit beschenkten das Gebiet in Schleswig-Holstein mit reichen Kiesvorkommen hoher Qualität. Die Bewohner leben mit und vom Abbau des Rohstoffes.
Ihr Vertrauen in die abbauenden Unternehmen ist daher enorm wichtig, erklärt Diplom-Ingenieur W. Ludwig Andresen. Er ist Geschäftsführer der Kieswerke Andresen aus Damsdorf, einem Tochterunternehmen der Heidelberg Sand und Kies GmbH. Ihm ist klar, dass jemand, der, salopp gesagt, ein Loch in die Landschaft buddeln will, nicht nur dafür Sorge tragen muss, dass Landschaftsbild, Umfeld und Natur beim Abbau möglichst geschont werden. Er muss sich auch um das Danach kümmern: Soll die Grube bleiben, verfüllt werden, dem Naturschutz, der Naherholung, der Landwirtschaft – oder als Deponie dienen? „Wer als abbauendes Unternehmen wie wir tätig ist, übernimmt selbstverständlich Verantwortung für Mensch, Natur und Umwelt“, betont auch Thomas Wittmann, Geschäftsführer der Heidelberger Sand und Kies GmbH.
Am Standort Damsdorf sind auf bereits abgebauten Flächen fast alle Varianten je nach Bedarf schon umgesetzt worden: ein Solaranlagenpark ist entstanden, ein paar hundert Meter entfernt vom Büro nistet in einem unberührten Biotop ein Seeadler-Pärchen, und nahe der Gemeinde Damsdorf ist ein beliebtes Naherholungsgebiet entstanden. Neu für das Unternehmen war das Thema Deponie.

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„Schon weit vor dem Beginn des Abbaus muss klar sein, was danach kommt, und frühzeitig gut und umfassend geplant werden. Wir denken immer mindestens zehn Jahre im Voraus“, erklärt W. Ludwig Andresen. „Dabei muss die Nachnutzung für alle sinnvoll sein, auch wenn das manchmal einem Spagat gleichkommt.“ Die Einbeziehung aller erfordert jedoch: „viel Erklärungen, sehr, sehr viel Zeit und manchmal eben auch ein Umplanen“, erklärt er. „Wir setzen da nicht auf gute Rechtsanwälte, sondern auf eine hohe Akzeptanz und nach Möglichkeit einstimmige Beschlüsse in der Gemeinde.“ Der Lohn: Ein großes Vertrauen der Bevölkerung in das Unternehmen. „Die Bürger wissen, dass wir Wort halten. Das ist unbezahlbar.“
Natürlich gilt es bei so einer Planung auch viel Juristisches zu beachten: Naturschutz-, Landschaftsschutz- und zum Teil auch Wasserrecht sowie das Bundesimmissionsschutzgesetz und bei einer Deponie darüber hinaus das Abfallrecht müssen eingehalten werden. „Es hat sich viel verändert in den vergangenen Jahren – auch im Bereich Deponie“, erklärt Wittmann. „Höchste Sicherheitsmaßnahmen waren für uns schon immer selbstverständlich. Wir folgen dabei einer streng überwachten Sicherheitskette, die gewährleistet, dass nur geeignetes Material in die Deponie eingebracht wird.“


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Deponien werden in streng definierte Klassen eingeteilt. Im Gegensatz zum klassischen Hausmüll, der ehemals zur Klasse 2 gehörte (wird heute vorbehandelt), entsprechen die gar nicht beziehungsweise gering belasteten Böden der niedrigsten Klasse 0. Sie fallen zum Beispiel bei einem Erdaushub auf einer Baustelle in der Innenstadt an. Aber auch bei dieser Deponie muss es bereits eine Barriere zum Grundwasser geben. Im angestrebten Idealfall ist dies eine natürliche, geologisch vorhandene Trennschicht aus beispielsweise Ton. Dieser ist in Damsdorf zwar in Form von Kies und Bänderton, also Ton in bester Qualität, vorhanden, aber quasi nicht in der gewünschten flächigen Ausdehnung. Doch er ist direkt vor Ort: Große Transportwege und damit Emissionen entfallen.
Bei dem geplanten neuen Abbaugebiet des Unternehmens führten diese Voraussetzungen mit zur Entscheidung für die 17 Hektar große Deponie. Der finanzielle Vorteil für eine solche Lösung liegt in der Logistik: Leertransporte fallen nahezu weg. Fährt ein Lastwagen Material zu einer Baustelle, kann er auf dem Rückweg Böden für die Deponie laden. Die Nachfrage ist enorm. Eine Studie des Landes Schleswig-Holstein über den Bedarf an Deponiekapazitäten aus dem Jahr 2014 gibt der vorausschauenden Planung des Unternehmens recht. Die Region braucht die Deponie dringend. Voraussichtlich werden die 17 Hektar mit etwa 2,25 Millionen Kubikmetern Boden und Baggergut bereits in 25 Jahren verfüllt sein. Das entspricht rund 125.000 Lkw-Ladungen. Hintereinandergestellt würden sie eine Strecke von Kiel bis nach Madrid ergeben – theoretisch, denn im Fall dieser Deponie fährt fast kein Laster zusätzlich.Anke Biester

Objektsteckbrief

Projekt:
Deponie Klasse 0, Damsdorf

Betreiber:
ABE Deponie GmbH, Damsdorf (Beteiligung: 50 % Kieswerke Andresen GmbH, Damsdorf (HSK) und 50 % Frau Carén-Elisabeth Krebs, Neumünster)

Planer:
Ingenieurbüro Sachs & de Buhr, Lübeck

Tonerden- und Kieslieferant:
Kieswerke Andresen GmbH, Damsdorf, eine 100%ige Tochter der Heidelberger Sand und Kies GmbH

Bauzeit 1. Abschnitt:
Mai – Oktober 2014

Beginn/erste Einfüllungen:
Oktober 2014

voraussichtliches Ende:
2040

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