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Die unterschiedlichen Materialien schaffen ein gelungenes Ambiente in der Vinothek.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 4/2015Thema: Unterschied

Ein Wink zum Weinberg

Sichtestrich in Vinothek

In Würzburg wächst ein ausgezeichneter Frankenwein. Die neue Vinothek des Weinguts Reiss bietet mit dem geschliffenen Sichtestrich CemFlow und einer rauen Muschelkalkmauer das gelungene Ambiente für die Degustation und zeitgemäße Vermarktung der Weine.

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Christian und Martina Reiss.

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© archicult GmbH - breunig architekten

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Als Winzer in dritter Generation hat sich Familie Reiss die Qualität ihrer Weine zum obersten Ziel gesetzt. „Das zentrale Motiv ist der Wein im Glas“, meint Christian Reiss, der am Standort Würzburg vom Vater das 1960 gegründete Würzburger Weingut übernommen hat und stets an der Verbesserung seiner drei „Weinfamilien“, Neues Franken, Fränkische Klassik und Großes Franken, arbeitet. Anders als früher muss ein Winzer heute auch über die Vermarktung seiner Weine intensiv nachdenken. Denn edle Weine wollen, wie alle kulinarischen Kostbarkeiten, im entsprechenden Ambiente präsentiert werden.
Früher genügte der Winzerfamilie ein einfacher Verkaufsraum im Verbindungsbau zwischen Wohnhaus und Kelterhaus. Dessen Belichtung erfolgte von oben. Dadurch fehlte auch jeglicher Blickbezug zum nahe gelegenen Weinberg, der die Grundlage des Weinbaubetriebs bildet. Inzwischen entwickeln sich Weine im Dreiklang von Landschaft, Kultur und Weingenuss. Familie Reiss war sich bewusst, dass sich dieser Quantensprung nicht mehr in dem vorhandenen Konglomerat aus Bestandsgebäuden würde abspielen können. Nun ist, nach Plänen des Würzburger Architekturbüros Archicult, eine einladende Vinothek mit Weinpräsentation im Erdgeschoss und einem Degustationsraum sowie einer Vinobibliothek im Obergeschoss entstanden. So kann sich die Qualität ihres Weines in den entsprechenden Räumlichkeiten widerspiegeln. Passend für unterschiedliche Besuchergruppen, modern, aber nicht steril, war die Vorgabe für die geplante Erweiterung. Die Architekten schoben einen zweigeschossigen Kubus als deutlich sichtbaren Kontrapunkt in den eingeschossigen Bestand. Zur Hofseite schafft eine verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion die gewünschte Transparenz und Außenwirkung. Den inneren Eindruck prägen eine mit Krustenplatten verblendete Stahlbetonwand und der glatte Sichtestrich CemFlow, dessen natürliche Farbgebung aufgrund seiner Kiesstreuung ohne zusätzliche Farbpigmentierung mit der Wand harmoniert. Gewachster Stahl, Glas, Muschelkalk und geschliffener Estrich sind die Rohmaterialien, die in ihrer puren Authentizität die unverfälschte Qualität der Weine auf stimmige Weise räumlich begleiten. Der geschliffene Sichtestrich erfüllt zweierlei Funktionen. Zur Ästhetik gesellt sich seine extreme Robustheit, die aufgrund des Zementanteils auch schwere Hubwagen trägt, die zum Kühlraum fahren. Geschäftsführer Pohli vom Unternehmen Steinservice Pohli hat den monolithischen und homogenen Bodenbelag mit vier Mitarbeitern verlegt. Zunächst wurde der unebene Boden des Bestands mit einem wärmedämmenden Porenleichtmörtel Poriment P ausgeglichen.

CemFlow + Technische Daten

CemFlow ist ein zementgebundener, faserarmierter Fließestrich nach DIN EN 13813 – geeignet als Zementestrichmörtel CT nach DIN 18560. Die homogene Zusammensetzung des Zementfließestrichs garantiert gleichbleibende Produkteigenschaften. Die konstanten Druck- und Biegezugfestigkeiten machen eine zusätzliche Bewehrung mit Baustahlmatten überflüssig. Mit der Baustoffklasse A1 (nicht brennbar) erfüllt CemFlow höchste Anforderungen an den Brandschutz. Mit CemFlow setzt HeidelbergCement neue Maßstäbe für modernes Bauen: Das Material für den Designestrich kommt in kontrollierter Qualität direkt aus dem Fahrmischer. Es wird in genau der benötigten Menge für kleine oder große Bauvorhaben auf die Baustelle geliefert. CemFlow hat eine homogene Zusammensetzung, ist sofort einbaufertig und wird über eine Schlauchleitung direkt zur Einbaustelle befördert – auch über längere Strecken. Aufgrund des schnellen Baufortschritts ist – bedingt durch den optimierten Arbeitsablauf auf der Baustelle – eine hohe Wirtschaftlichkeit gegeben.

Druckfestigkeit:
≥ 20 N/mm² beziehungsweise 30 N/mm²

Biegezugfestigkeit:
≥ 4 N/mm² beziehungsweise 5 N/mm²

Schwindmaß:
maximal 0,5 mm/m (gemäß DIN 52450)

Beheizbar nach:
21 Tagen

Brandverhalten:
A1

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Anschließend konnte der Bauunternehmer, nach Einbringen einer Trennfolie, acht Kubikmeter Zementfließestrich CemFlow bei einer Höhe des Bodenaufbaus von 40 bis 80 Millimetern einbauen und damit auch Bodensprünge im Altbau optimal ausgleichen. Dies gelingt, weil bei Unebenheiten das zementgebundene faserarmierte Material ohne Änderung der Optik geschliffen werden kann. Die HeidelbergerBeton GmbH lieferte CemFlow für 140 Quadratmeter Bodenfläche mit dem Fahrmischer an, das Bauunternehmen pumpte ihn in die beiden Geschosse. Anschließend wurde der Zementfließestrich mit der Schwabbelstange entlüftet. „Nach drei Tagen ließ er sich für den ersten groben Anschliff begehen. Nach 14 Tagen wurde in mehreren Arbeitsgängen so lange geschliffen, bis das befriedigende Resultat erreicht war“, so Michael Pohli. Nur eine sichtbare, mit Aluminiumstreifen belegte Bewegungsfuge zwischen zwei Bauteilen verläuft im weitgehend fugenlosen Sichtestrich. Eine zweite Fuge wurde unter einer nachträglichen Wand zu den Serviceräumen verlegt. Nach dem Umbau kann sich die Qualität des Weines in entsprechenden Räumlichkeiten widerspiegeln.

Mischanlage für Spezialprodukte

Seit Anfang des Jahres können in einer zusätzlichen Mischanlage der Heidelberger Beton GmbH, Gebiet Franken, in Dettelbach Spezialbaustoffe wie CemFlow für Designestriche produziert werden.

Mit dem zementgebundenen faserarmierten Fließestrich CemFlow können spezifische Kundenwünsche, etwa bezüglich der Farbgebung des Bodens, realisiert werden.


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Gegen Widerstände einer Bürgerinitiative konnten die Initiatoren und ein eigens gegründeter Förderverein den Gemeinderat vom Kulturprojekt überzeugen. Der Bariton betreibt die inzwischen angesagte Kulturstätte ehrenamtlich. So entstehen der selbstständigen Gemeinde auch langfristig keinerlei Kosten. „Gemeinsam gelang es auch, durch Bundes- und Landesmittel sowie die Einnahme von Sponsorengeldern die Kosten des 2,4-Millionen-Projekts überschaubar zu halten“, erläutert Bürgermeister Eckl. Rund 75 Veranstaltungen, davon 25 mit regionalem Charakter, laufen im Jahr. „Das Haus kommt an, am Tag der offenen Tür hatten wir Hochbetrieb“, erinnert sich Karl Landgraf, der 40 Jahre lang bis zur Pensionierung ins Bauamt nach Amberg pendelte und dort als Bauleiter für Neubauten des Freistaats Bayern tätig war. Er erkannte die impulsgebenden Chancen für seinen Wohnort. Prompt wurde er von den Initiatoren des Konzertsaals als Experte für die Bauleitung gewonnen. „Ich war anfangs auch skeptisch und hätte nie geglaubt, dass der Bau solche Wellen schlägt“, meint er rückblickend. „In das Arbeiten mit dem Leichtbeton muss man sich hineindenken“, ist nun Landgrafs Erfahrung. Die gefaltete Schichtung der Saalwände erforderte eine Spezialschalung, die ein österreichischer Containerbauer herstellen konnte. Auch das Betonieren hatte Tücken. „Der Leichtbeton wird beim Abbinden sehr warm, beim Rütteln schäumt er auf. Es ist also gut, wenn an den entscheidenden Stellen beim Verdichten immer der gleiche Arbeiter mit der Rüttelflasche hantiert. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln und das Gerät gleichmäßig herausziehen.“ Der Leichtbeton, eine Spezialität des Betonproduzenten Fleischmann und Zankl aus dem benachbarten Viechtach, wurde mit Betonmischern angeliefert und vor Ort mit Kran und Kübeln eingebracht. Zur Rezeptur hält sich der Hersteller bedeckt. „Jedenfalls wurde er mit Leichtbetonzuschlägen produziert“, meint Vertriebsleiter Albert Fischer. Bekanntermaßen hat Architekt Peter Haimerl ein Faible für Beton mit Glasschaumschotter. Mit dieser Kombination verschafft er seiner Architektur, die immer auch die Geschichte des jeweiligen Ortes einbezieht, ohne Wärmedämmung ein optimales Klima.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Vinothek im Weingut Reiss, Würzburg

Bauherr:
Martina und Christian Reiss, Würzburg

Architekt:
archicult GmbH – breunig architekten, Würzburg

Betonproduzent:
Heidelberger Beton GmbH – Gebiet Franken, Lieferwerk Dettelbach

Bauunternehmen:
Steinservice Pohli, Grafenrheinfeld

Produkte:
6,5 m3 Poriment P, 8 m3 CemFlow für ca. 140 m2 Sichtestrich

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