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Der Sand für den Strandpark der Bremer Überseestadt kommt aus der Abbaustelle Kapern.

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Architekten AS+P Albert Speer + Partner GmbH

Ausgabe 3/2018Thema: Verantwortung

Sicherheit bringt Spaß

Hochwasserschutz und Strandpark für die Überseestadt

Die Uferzone der Bremer Überseestadt wird gegen Hochwasser geschützt. Dank reger Bürgerbeteiligung im Vorfeld entsteht bei den Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen auch ein attraktiver Stadtstrand. Sand und Wasserbausteine für die 2,2 Hektar große Fläche liefert HeidelbergCement über ihre Beteiligungen Mibau und WIKA.

Keine Trennung zwischen Stadt und Wasser, sondern vielmehr neue Räume zur Freizeitgestaltung und Naherholung in den Uferzonen: Das Modellprojekt Waller Sand zeigt beispielhaft, wie sich mit Hochwasserschutz ein Mehrwert für die angrenzenden Wohnsiedlungen erreichen lässt. In Bremen ist dieser Spagat gelungen: die geforderten Maßnahmen für den Küstenschutz rund um ein neues Stadtquartier gehen mit der Aufwertung des Geländes für die Bewohner einher. Mit einer Fläche von knapp 300 Hektar zählt die Bremer Überseestadt zu einem der größten städtebaulichen Projekte Europas. Das alte Hafenrevier wandelt sich zu einem modernen Standort für Wohnen und Kultur eingebunden in eine durchdachte Mischung aus Dienstleistung, Gewerbe und Hafenwirtschaft. Im Auftrag des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen obliegt der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH die Verantwortung für die Infrastrukturmaßnahmen. Sie beinhaltet zusätzlich zur Entwicklung, Erschließung und Vermarktung des neuen Stadtquartiers auch den Bau einer zukunftsfähigen Hochwassersicherung. Gemäß Generalplan Küstenschutz muss der Uferbereich am Wendebecken im Überseehafen um 90 bis 120 Zentimeter angehoben werden. Während sich noch vor kurzem die Uferkante an der großen Wasserfläche als eine unattraktive, funktionale Steinschüttung darstellte, entsteht hier ein von den Berliner Landschaftsarchitekten A24 gestalteter Strandpark mit bemerkenswertem Blick auf die Industriekulisse der Stadt.

Ein starkes Team

Im Vertriebsgebiet Bremen-Weser kann die Mibau Baustoffhandel GmbH ihre norwegischen Hartgesteine auf der Grundlage eines Vertriebsvertrages zusammen mit den Sanden und Kiesen der WIKA stationären Kunden und Baustellen in Komplettpakten anbieten. Mit einer seitens der Mibau organisierten Logistik werden die Kunden in ihren Werken sowie auf ihren Baustellen beliefert und versorgt.
Im Bereich Stade südliche der Elbe ist es anders herum. Hier übernimmt die WIKA Sand und Kies GmbH den Vertrieb und ergänzt sein Produktportfolio optimal mit den Mibau-Produkten. Diese gelangen mit den Mibau-Selbstlöscherschiffen zum betriebseigenen WIKA-Hafen in Bützfleth an der Elbe. Stationäre Kunden sowie Baustellen im Erd-, Tief- und Straßenbau erhalten die benötigten Produkte von einem der mittlerweile über 25 Lkws des WIKA-eigenen Fuhrparks.

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Der künftige Strandpark liegt vis-à-vis einer reizvollen Industriesilhouette.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

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Das Rendering zeigt die gelungene Kombination aus Hochwasserschutz und Strandpark.

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© WFB_A24 Landschaft GmbH

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Bis die anspruchsvolle Infrastrukturmaßnahme komplett umgesetzt ist, stellen die baubeteiligten Firmen Mibau und WIKA, die sich den Lieferauftrag für das Projekt teilen, noch viele Tonnen Sand und Wasserbausteine bereit. Zur Realisierung sind etwa Spüldeiche als neue Ufereinfassung erforderlich, in deren Schutz Tausende Kubikmeter Sand an die Uferböschung angespült werden müssen. Größere Gesteinskörnungen und Wasserbausteine bringt das Unternehmen Mibau über Schiffsanlieferungen aus seinem Steinbruch Jelsa in Norwegen bei. Der erforderliche Sand kommt aus der nahegelegenen Abbaustätte Kapern des Unternehmens WIKA Sand und Kies. Bernd Klose, Geschäftsführer von WIKA, macht sich vor Ort hin und wieder ein Bild vom Ablauf. „Die Materialien aus Norwegen werden mit eigenen Selbstentladeschiffen in Partien von bis zu 30.000 Tonnen in Bremen Industriehafen angelandet und verladen. Korngrößen von bis zu 180 Millimetern können direkt per Förderband auf Arbeitsschiffe der ausführenden Arbeitsgemeinschaft (ARGE) ‚Weiche Kante Bremen‘ geschafft und dann die kurze Strecke bis zur Baustelle transportiert werden.“ Mit einem speziellen Saugschiff, einem Hopperbagger mit über 550 PS Leistung des Pumpenantriebs nimmt die ARGE Weiche Kante Bremen auch den benötigten Sand direkt an der WIKA-Abbaustelle im nahe gelegenen Kapern auf. Dort nahe der Weser wird er im Nassabbau abgebaut und im Überseehafen wieder eingebracht. Die hochmotivierte WIKA-Mannschaft koordiniert und kontrolliert den Abbau der 160.000 Kubikmeter Sand, die zur Aufspülung des Strandabschnittes gebraucht werden, und überwacht die Eigenentnahme der ARGE.

„Die 160.000 Kubikmeter Sand aus unserer Abbaustelle schützen das Ufer und bilden den Stadtstrand.“

Bernd Klose, Geschäftsführer von WIKA

Am künftigen Strandpark Waller Sand sind zunächst an der wasserseitigen Baustelle Spüldeiche hergestellt worden. Hinter diese wurde zeitversetzt Sand mittels Spülverfahren eingebracht. Beide Arbeiten starteten unterhalb der Wasseroberfläche. Inzwischen ist der künftige Sandstrand schon sichtbar. Erst wenn komplett aufgeschüttet worden ist, kann man das Gelände modellieren und die Parkanlage wie geplant gestalten. Sie wird der Bevölkerung einen 300 Meter langen Stadtstrand und Freizeiteinrichtungen bieten. Ausgesuchte Bepflanzungen nach Art von Dünenlandschaften, Holzbohlenstege und ein Uferweg entlang des Wassersaums lassen einen attraktiven öffentlichen Raum entstehen, der auch eine städtebauliche Funktion inne hat.

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Der Uferbereich im Wendebecken muss für den Küstenschutz angehoben werden.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Denn der Freizeit- und Naherholungsort, so die Intention, soll die Bremer Stadtquartiere Gröpelingen und Walle näher an die neu entstandene Überseestadt heranrücken. Auch der zwölf Meter hohe Molenturm, der seit jeher für viele Bremer ein Anziehungspunkt ist, wird in das Projekt integriert. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen kann man den über 100 Jahre alten Leuchtturm, der früher Schiffe in den Hafen einwies, über eine mit Bäumen gesäumte Promenade barrierefrei erreichen. Die Fläche rings um das denkmalgeschützte Wahrzeichen wird passend gepflastert und gegen Absturz gesichert.

Seit dem offiziellen Spatenstich im Sommer 2017 zieht die Baustelle am Wendebecken in der nordwestlichen Überseestadt immer wieder neugierige Besucher an, die sich ein Bild von den Entwicklungen vor Ort machen möchten. Zunächst war der neue Sandstrand nur bei Ebbe zu sehen. Inzwischen kann man den betreffenden Strandabschnitt auch bei Hochwasser entdecken. Die Stadt trägt dem öffentlichen Interesse mit einem eigens eingerichteten Infopunkt vor Ort Rechnung, der bis zum Ende der Bauarbeiten bestehen bleibt.

Im Frühsommer 2019 sollen alle Maßnahmen am neu gestalteten Uferabschnitt realisiert und für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Trotz einladender Strandidylle bleibt allerdings das Baden tabu, schließlich handelt es sich immer noch um eine aktive Hafenanlage mit Schiffsverkehr.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Freie Hansestadt Bremen

Planer:
WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH

Landschaftsarchitekten:
A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin

Bauunternehmen:
ARGE Weiche Kante, Bremen (Colcrete-von Essen GmbH & Co KG und Heuvelman Ibis GmbH)

Baustoff:
160.000 m3 Sand der WIKA Sand und Kies GmbH & Co. KG, aus der Abbaustelle Kapern, Stade
45.000 t Naturschotter (Körnungen von 0 bis 180 mm) und 11.000 t Wasserbausteine Gewichtsklasse LMB
von 5 bis 40 kg aus dem Steinbruch Jelsa in Norwegen der Mibau Baustoffhandel GmbH

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