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startsocial e.V./Thomas Effinger

Ausgabe 3/2018Thema: Verantwortung

Engagement macht stark

Verantwortung übernehmen

Millionen Ehrenamtliche und Freiwillige halten mit ihrem Einsatz in Initiativen, Projekten und Vereinen die Gesellschaft am Laufen und machen sie lebenswerter. Sie engagieren sich aus persönlicher Motivation und aus Verantwortungsgefühl für eine gute Sache.

Sie arbeiten als Lesepaten, in der Freiwilligen Feuerwehr, beim Naturschutz, als Trainer in Sport- und Jugendvereinen oder als Trauerbegleitung im Hospiz. Sie versorgen Obdachlose, sammeln Kleider, retten Kulturdenkmäler oder Tiere in Not, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Zahl der auf ganz unterschiedliche Art und Weise aktiven Bürgerinnen und Bürger wird in Deutschland auf 30 Millionen beziffert. Verantwortung zu übernehmen gehört bei bürgerschaftlich Engagierten häufiger zu den Lebenszielen als es bei der übrigen Bevölkerung der Fall ist. Dies jedenfalls verlautet eine Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits 2013 erstellt hat.

  • Die Verantwortung für sich selbst ist die Wurzel jeder Verantwortung

    Es ist ein großer Schritt, das allererste Mal zum Kindergarten gehen zu dürfen. Ab wann kann der oder die Kleine alleine bleiben? Ab wann ist man groß genug, auf jüngere Geschwister aufzupassen, alleine Fahrrad zu fahren, mit der Schere umzugehen oder ein Haustier zu versorgen? Früher wurden Kinder, wenn es erforderlich war, in Verantwortlichkeiten geworfen: Da galt es, das Vieh zu versorgen, die kleineren Geschwister zu hüten oder bei der Ernte zu helfen. Heute versuchen Eltern mit Lob, Zutrauen, kleinen Verpflichtungen den Jüngsten sanft ein Bewusstsein für Verantwortung nahezubringen. Dabei sind präsente Vorbilder, die Zeit und Verständnis haben, wichtiger als Elternratgeber. Schon früh wird in der Familie, in sozialen Gemeinschaften und den entsprechenden Bildungseinrichtungen verantwortliches Verhalten vermittelt, denn die Übernahme von Verantwortlichkeit gehört zu den wichtigen sozialen Kompetenzen, die privat, aber auch im Berufsleben geschätzt werden.

  • Unsere Würde unterscheidet uns von allen anderen innerweltlichen Wesen; in ihr erfahren wir unsere Verantwortung; wir tragen Verantwortung für uns selbst und für andere.*

    Soziale Regeln und Normen sind in den meisten Religionen, Philosophien und Gesellschaften verankert. Oft geht es darum, für den Nächsten, der in einer Notlage ist, einzutreten. Auf wen sich Nächstenliebe bezieht, ist in einer Welt, in der Not und menschliches Leid auf allen Kanälen medial verfügbar wird, zur Auslegungssache geworden. Dabei ist die Frage, wer der Nächste, den man unterstützen sollte, eigentlich sei, nicht neu. Jesus von Nazaret hat in der Bergpredigt, einem Textabschnitt des Matthäusevangeliums, die aus der jüdischen Tora bekannte Nächstenliebe auch als Feindesliebe ausgelegt. Individuelles und soziales Verhalten zeichnen sich demnach auch durch Wohltaten für Feinde aus, mit dem Ziel der Versöhnung sowie des dauerhaften Glücks und Friedens miteinander.

    * vgl.; KEK Bd. 2

Tatsächlich ist ein Großteil des ehrenamtlich und nicht auf materiellen Gewinn ausgerichteten Engagements gemeinwohlorientiert und kommt folglich der Öffentlichkeit zugute. Ehrenamtliche arbeiten aus innerem Antrieb, aus Verantwortungsgefühl für gesellschaftliche Belange. Ihr Einsatz wird durch Anerkennung oder Freude sowie durch das Zusammensein mit Gleichgesinnten honoriert, aber sicher auch dadurch, dass die unterstützten Projekte erfolgreich laufen und breite Aufmerksamkeit erfahren.


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Konradin Relations (Florian Holocher)
Immerhin werden bundesweit Hunderte von Preisen verliehen, mit denen politische, konfessionelle oder wirtschaftliche Träger und Stiftungen das Ehrenamt honorieren und damit Ansporn geben für weiteres Engagement. Denn den gesellschaftlich Verantwortlichen ist die Bedeutung ehrenamtlich geleisteter Arbeit durchaus bewusst, ohne die in vielen Bereichen, von der Telefonseelsorge bis zur Suppenküche, wenig laufen würde. So zeichnet etwa das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend immer wieder Menschen aus, die der Vielfalt des Engagements ein Gesicht geben. Zu den Engagement-Botschaftern des Jahres 2018 wurden Katja Sinko von The European Moment aus dem Raum Berlin-Brandenburg, Klaus Hirrich vom Verein FAL e.V. aus Wangelin und Johannes Müller von CorrelAid e.V. aus Konstanz ernannt. Bundesministerin Franziska Giffey und Brigitta Wortmann vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) würdigten hiermit drei Preisträger, die mit ihrem Einsatz derzeit relevante gesellschaftliche Themen repräsentieren – die Stärkung der europäischen Zivilgesellschaft, Engagement im ländlichen Raum und die Stärkung von sozialen Projekten durch Digitalisierung. So werden landauf, landab ehrenamtliche Projekte ausgezeichnet. Dem Verein startsocial, der regelmäßig 100 soziale Initiativen durch viermonatige Beratungsstipendien unterstützt, geht es dabei vor allem um den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und sozialer Projektarbeit. Jährlich verleiht er unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin auch Preise an herausragende Projekte. In diesem Jahr wurden beim 14. startsocial-Wettbewerb 25 herausragende soziale Initiativen geehrt, sieben davon erhielten einen Geldpreis. Die wichtige Arbeit des Vereins Wolfsträne in Leipzig, der trauernde Kinder und Jugendliche begleitet, konnte in diesem Rahmen mit einem Sonderpreis unterstützt werden.Susanne Ehrlinger

Links

https://www.deutscher-engagementpreis.de/ preiselandschaft

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