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Wie ein Fluss schlängeln sich die in Powercrete gebetteten Rohre durch die Baustelle.

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Michael Rasche, Dortmund

Ausgabe 3/2017Thema: Detail

Vom Betten und vom Liegen

Spezialbaustoff für Höchstspannungsleitungen

Im Zuge des Netzausbaus wird die Umspannanlage in Hagen-Garenfeld von 220 Kilovolt auf 380 Kilovolt umgestellt. Um der Höchstspannung Stand zu halten, werden die dort verlegten Erdtrassen in hochwärmeleitfähigem Spezialbeton von Heidelberger Beton gebettet.

Exakt 65 Prozent – das ist der Anteil, den Deutschland bis 2040 an erneuerbaren Energien nutzen will. Um die reibungslose Energieversorgung zukünftig sicherzustellen, muss das Übertragungsnetz ausgebaut werden. Der an den Nord- und Ostseeküsten produzierte Strom soll möglichst verlustfrei von den dortigen Windparks bis in die südlichen Teile des Landes transportiert werden. Das erreicht man durch Höchstspannungsnetze.

Deutschlands längstes misst 11.000 Kilometer und wird von der Amprion GmbH betrieben. „Wir transportieren Strom für mehr als 29 Millionen Menschen, von Niedersachsen bis zu den Alpen“, erklärt Dr. Andreas Preuß, Pressesprecher der Amprion GmbH. Die hohe Spannung von bis zu 400 Kilovolt kann in den seltensten Fällen direkt genutzt werden. Um den Strom einzuspeisen, werden Umspannanlagen benötigt. Sie sind die Knotenpunkte des Stromnetzes, verknüpfen das Übertragungsnetz mit dem Verteilernetz, den Erzeugungsanlagen und den großen Industrieunternehmen.

Powercrete

Powercrete ist ein patentierter, hochwertiger Spezialbeton. Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit ist er perfekt für Hoch- und Höchstspannungsleitungen geeignet. Eine Optimierung der Kabelanlagen ist durch die Erdkabeltrassen möglich, ebenso werden die Trassenbreite und die magnetische Feldstärke durch die Kabelbündelung reduziert. Auch die Übertragungsleistung kann durch Powercrete gesteigert werden.

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Michael Rasche, Dortmund

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Michael Rasche, Dortmund

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Auftriebssicherung der Rohre und Einbettung mit Powercrete durch die Firma Beton- und Monierbau GmbH. Am Stahlträger ist an einem 20 Zentimeter langen Metallstift ein U-Förmiger Aufsatz in der Breite des Rohres befestigt. Das Rohr kann so nicht nach links oder rechts entweichen.

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Michael Rasche, Dortmund

In Hagen-Garenfeld wird die 1969 in Betrieb genommene Umspannanlage aktuell neu errichtet. „300.000 Haushalte in Hagen, Lüdenscheid und im Sauerland können über diese Anlage mit Energie versorgt werden“, so Preuß weiter. Sie ist Teil einer rund 110 Kilometer langen Leitungsverbindung von Dortmund-Kruckel bis Dauersberg in Rheinland-Pfalz.

„Mit Powercrete ist eine Steigerung der Übertragungs-leistung möglich und Hot-Spots werden entschärft.“

Die Höchstspannungskabel der Umspannanlage werden unterirdisch verlegt. Die Schwierigkeit dabei besteht in der Wärmeentwicklung bei zunehmender Auslastung der Stromkabel. Deshalb muss auf spezielle Baustoffe zurückgegriffen werden. „Powercrete ist ein Spezialbeton, der eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweist“, erklärt Anne Bettmann, Leiterin Anwendungstechnik der Heidelberger Beton GmbH – Region Nord-West. „Während normaler Beton die Wärme der Erdkabel speichern würde und nicht ableiten kann, gibt Powercrete die Wärme an das umgebende Erdreich ab.“ Mit dem Baustoff ist zudem eine Steigerung der Übertragungsleistung möglich und die Hot-Spots werden entschärft. Ebenso kann die Trassenbreite durch die Erdverkabelung auf 7,70 Meter reduziert werden. Im Vergleich dazu benötigt eine Freileitung rund 18 Meter. „Das entspricht einer Verringerung der Trassenbreite von über 57 Prozent“, so Bettmann.


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Michael Rasche, Dortmund

550 Kubikmeter Powercrete wurden zur Verlegung vom Transportbetonwerk Wuppertal auf die Baustelle geliefert. Die Logistikplanung war durch das hohe Verkehrsaufkommen im Ruhrgebiet sehr anspruchsvoll und musste deshalb gut getaktet sein. Ebenso war das Wetter für den Einbau entscheidend – der Baustoff kann nicht bei zu heißen Temperaturen oder Regen eingebaut werden. Auch die Auftriebssicherung der Rohre muss beim fachgerechten Einbau bedacht werden. „Durch die fließfähige Konsistenz des Materials müssen die Rohre vor Auftrieb gesichert werden, ansonsten bewegen sie sich frei im Rohrgraben“, erklärt Manfred Schöpper von der Beton- und Monierbau GmbH aus Nordhorn. „Wir nutzen einen Doppel-T-Träger, den wir über dem Rohrgraben platzieren.“ Dadurch werden die Rohre in der geplanten Lage fixiert.

Um dem wachsenden Ausbau der erneuerbaren Energien gerecht werden zu können, müssen schnelle Lösungen für den Netzausbau gefunden werden. Das stellt sowohl die Baubranche, als auch die Stromanbieter vor neue Herausforderungen. „Mit ­Powercrete haben wir aber einen hochwertigen Baustoff im Produktportfolio, mit dem wir zum guten Gelingen der Bauvorhaben beitragen können“, erklärt Anne Bettmann.Tina Brandl

Objektsteckbrief

Projekt:
Umspannanlage Hagen-Garenfeld

Bauherr:
Amprion GmbH, Dortmund

Bauunternehmen:
Beton- und Monierbau GmbH, Nordhorn

Betonproduzent:
Heidelberger Beton GmbH

Produkte:
550 m³ Powercrete

Baubeginn / Fertigstellung:
24.04.2017 / 2018

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