Info

Der Pflasterstein „Diamant Germersheim“, wurde von Lithonplus speziell für den Paradeplatz in Germersheim entwickelt.

Foto

Lossenfoto: Jacqueline Eustachi

Ausgabe 2/2017Thema: Alltag

Eine Stadt macht sich schick

Lithonplus kreiert Pflastersteine nach Maß

Germersheim bekommt ein neues Gesicht. Derzeit werden dort die großen Plätze, allen voran der prägende Paradeplatz, neu gestaltet. Die HeidelbergCement-Tochter Lithonplus hat die Stadt technisch beraten und spezielle Bauelemente mit dem individuellen Natursteinvorsatz „Germersheim“ geliefert.

In den Wirren der Deutschen Revolution anno 1849 floh der badische Großherzog nach Germersheim. Die Festung bot ihm und seiner Familie Schutz. Bis heute gilt Germersheim als Festungsstadt par excellence. Dort, wo einst Truppen prunkvoll aufmarschierten – der Name Paradeplatz spricht Bände – werden künftig Bürger wieder flanieren oder im angrenzenden Einkaufszentrum bummeln gehen. Eine Vision, die bald Wirklichkeit wird, denn seit Mai letzten Jahres wird in der Stadt kräftig gebaut. Ein Ziel haben die Stadtverantwortlichen klar vor Augen: Sämtliche Neubauten rund um den Paradeplatz müssen sich ins natürlich gewachsene Stadtbild einfügen. „Wir wollten von vornherein ein Ambiente wie aus einem Guss. Wir wollten aber auch die Ästhetik des Platzes sowie der Gebäude ringsum bestmöglich zur Geltung bringen und zugleich deren Nutzwert erhalten“, erklärt Norbert König, erster Beigeordneter und Baudezernent der Stadt. Straßen und Gehwege sollen so in den Platz eingebettet werden, dass sie als solche gar nicht mehr erkennbar sind und lediglich durch Poller getrennt werden.

Sämtliche Neubauten rund um den Paradeplatz müssen sich ins natürlich gewachsene Stadtbild einfügen.

Info

Blick vom Dach des Tourismus-, Kultur- und Besucherzentrums auf das neue Bürgerhaus und den links angrenzenden Stadtpark Fronte Lamotte.

Foto

Lossenfoto: Jacqueline Eustachi

Foto

Lossenfoto: Jacqueline Eustachi

Foto

Lossenfoto: Jacqueline Eustachi

Drei Fragen an Norbert König

Erster Beigeordneter und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Germersheim

  • Was ist das Besondere an Germersheim?

    Germersheim ist traditionell eine Festungsstadt. Entsprechend prägen massige Gebäude und weite Plätze das Stadtbild bis heute. Allein im vergangenen Jahr hatten wir mehrere 10.000 Besucher. Mit dem Projekt „Neue Stadträume Paradeplatz“ wollen wir die Attraktivität der Stadt weiter steigern.

  • Was verbirgt sich hinter dem Projekt?

    Damit bauen wir, plakativ gesprochen, die Stadt neu. Der Paradeplatz ist das Herzstück und gewissermaßen der Salon von Germersheim. Aber bei den Baumaßnahmen werden auch der benachbarte Luitpoldplatz und der Platz vor dem Weißenburger Tor eingebunden. Kurz: Mit dem Projekt wollen wir die denkmalgeschützten Bauten und die Plätze als Einheit neu gestalten und sie harmonisch ins Gesamtbild einbetten.

  • Wie machen Sie das?

    Vor zwei Jahren haben wir einen freiraumplanerischen und städtebaulichen Realisierungs-Wettbewerb EU-weit ausgeschrieben, den die AG Freiraum aus Freiburg gewonnen hat. Das Ganze ist ein hochkomplexes Vorhaben mit besonderen Anforderungen an Gestaltung und Material. Gerade bei letzterem kommt es auf vieles an: Farbe des Pflasters, Nachhaltigkeit, Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Barrierefreiheit, et cetera. Wir sind sehr froh, dass wir hier einen kompetenten und zuverlässigen Partner gefunden haben. Das zeigen ja auch die ersten Ergebnisse.

Eine solch anspruchsvolle Gestaltung fordert nicht nur die Kreativität der Planer, sondern stellt auch höchste Ansprüche an die Form der Bauelemente und die Qualität des Materials. „Wir wussten, dass wir den bietenden Unternehmen diesbezüglich alles abverlangen, aber wir wollten kein Jota von unseren Vorstellungen abweichen“, versichert König. Ein ganz entscheidender Aspekt sei dabei die Farbe der Pflastersteine gewesen. Denn der Paradeplatz ist groß und bei einer Gesamtfläche von 16.500 Quadratmetern prägt die Farbe der Pflastersteine das Gesamtbild ganz wesentlich. Folglich war der Farbton bis ins Feinste auszutarieren. Dutzende Farbtypen verschiedener Hersteller wurden geprüft und zur Ansicht als Musterflächen auf dem Platz ausgelegt. „Wir wollten einen Farbton, der die Brücke zwischen dem Gelbton der Stadtkaserne und dem dunklen Backstein-Rot am Weißenburger Tor bildet“, erläutert Bernd Rappenecker, Sachgebietsleiter Tief- und Straßenbau der Stadt Germersheim. Doch nicht nur die Farbe sollte extravagant sein, auch in puncto Nachhaltigkeit, Dauerhaftigkeit und Belastbarkeit sollte das Material hohe Anforderungen erfüllen. „Wir wollten wissen, was materialtechnisch möglich ist, und legten daher großen Wert auf eine umfassende und fachlich kompetente Beratung“, betont Rappenecker.

Durch den Spezialzement TioCem können Stickoxide abgebaut werden

Info

Bekim Nesimi (l.), Lithonplus, und Norbert König (Baudezernent der Stadt Germersheim) begutachten den Baufortschritt auf dem Paradeplatz.

Foto

Lossenfoto: Jacqueline Eustachi

Foto

Lossenfoto: Jacqueline Eustachi

Am Ende setzte sich das Bauunternehmen Heinrich Scherer aus Germersheim als Bieter durch. Gemeinsam entschied man sich für das Know-how der Lithonplus-Crew und für die Qualität und Vielfalt ihrer Produkte. Besonders überzeugte der ,,Diamant Germersheim“, ein Pflasterstein, der speziell für dieses Projekt entwickelt wurde. Der Stein besticht nicht allein durch seine Farbe. Seine Oberfläche ist mithilfe der bcs-Technologie (bionic cleanable structure) gearbeitet und unterstützt den Selbstreinigungseffekt. Der Clou: Die Reinigungsfunktion bleibt über die gesamte Lebensdauer des Steins erhalten, so dass dieser länger als herkömmliche Pflastersteine mit seiner einzigartigen Optik punktet. Und noch eine Besonderheit zeichnet ihn aus. Durch den eingearbeiteten Spezialzement TioCem von ­HeidelbergCement ist der Stein in der Lage, Stickoxide abzubauen. „Bei einer Fläche dieser Größe kommt der Effekt besonders in den Sommermonaten, wenn die Schadstoffkonzentrationen in der Stadt erhöht sind, gut zum Tragen“, erklärt Bekim Nesimi, Regionalleiter Vertrieb Südwest bei Lithonplus.

Eine ganz grundlegende Eigenschaft des Steins wird neben den vielen technischen Besonderheiten oft zu wenig gewürdigt: seine Stabilität und Festigkeit. Sie ist wichtig, denn durch den Bus- und Zulieferverkehr wird das Pflaster stark beansprucht. Und die eine oder andere Feier, etwa das alle zwei Jahre stattfindende Festungsfest, sollte der Belag auch aushalten. „Denn ein Platz ist ja immer auch eine Bühne zum Feiern“, ergänzt Rappenecker und lacht.Dr. Georg Haiber

Top

Dieser Inhalt ist schon bald verfügbar!

Zur Webseite zurückkehren