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Ein schicker Stall für zufriedene Kühe ...

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 2/2016Thema: Herausforderung

Simply Red

Roter Beton im Kuhstall

Ästhetik im Kuhstall: In Bayern stimmte ein Landwirt beim Neubau seines Stalls Technik und Baumaterial farblich aufeinander ab – sowohl der Melkroboter als auch der Beton der Einhausung sind in sattem Rot gehalten.

Im bayerischen Markt Beratzhausen im Landkreis Regensburg betreiben etliche Bauern wie vielerorts in Deutschland ihre Landwirtschaft nur noch nebenberuflich. Eine Doppelbelastung. So auch bei Michaela und Konrad Koller: Er arbeitete Vollzeit als Maschinenschlosser, sie kümmerte sich um Haushalt und Kinder, der Hof musste quasi nebenher erledigt werden. Wer heute nicht mehr zweigleisig fahren will, entscheidet sich meist gegen die Landwirtschaft. Nicht so Familie Koller: Sie konzentrierte sich ganz auf ihre Kühe und baute einen neuen, 28 auf 53 Meter großen Stall mit vollautomatischem Melksystem und „freiem Kuhverkehr“. Ein Roboter übernimmt nun das Melken der von 35 auf 75 Tiere angewachsenen Kuhherde.
„Zum 1. Mai 2015 hatte ich gekündigt, um mich ausschließlich um den landwirtschaftlichen Betrieb zu kümmern, doch die Baugenehmigung vom Landwirtschaftsamt verzögerte sich, da es viele Auflagen zu beachten gab“, berichtet Konrad Koller über die etwas angespannte Lage im Frühjahr 2015. So mussten unter anderem Liegeflächen für die Kühe, mindestens fünf Meter breite Gänge, ein Tränkebecken sowie eine ausreichend große Freilauffläche von 7,50 mal 36 Metern eingeplant werden. Der vorgesehene Spaltenboden erforderte einen besonderen Unterbau aus Ortbeton mit entsprechenden Güllekanälen. „Das sieht dann aus wie ein unterirdischer Irrgarten“, erklärt Michaela Koller.

Automatisch und informativ

Moderne Melkroboter erledigen nicht nur das Melken der Kühe vollautomatisch. Über Transponder an den Halsbändern der Kühe und sofortige chemische Analyse der abgesogenen Milch erhalten Landwirte auf ihrem PC gleichzeitig Informationen über die Milchleistung, die Milchqualität, die Zeit des Melkens und die Gesundheit jeder einzelnen Kuh. Und die Kuh erhält als Gegenleistung für ihre Milchabgabe, je nach Milchmenge und -qualität, Kraftfutter – übrigens der Hauptgrund, warum sich die Tiere freiwillig in die automatischen Melkstände begeben.

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... und eine glückliche Familie.

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Erst Ende Juni 2015 konnten sie mit dem Bau beginnen. Jetzt sollte natürlich alles so schnell wie möglich gehen – auch wenn der außerordentlich heiße Sommer dem Bauunternehmen Meier Bau GmbH aus Lupburg die Arbeit erschwerte. „Wir hatten immer zwischen 35 und 40 Grad Celsius“, erklärt Konrad Koller. „Die Betonmischer kamen oft schon viel früher als angekündigt, weil ihnen alle anderen Kunden aufgrund der Hitze abgesagt hatten – nur wir nicht. Da war das Personal von Meier Bau wirklich hart im Nehmen.“
Die Betonagen mussten extrem schnell gehen. „Wir mussten gießen, gießen, gießen“, bringt es Michaela Koller auf den Punkt, „damit der Beton nicht zu schnell trocknete.“ Beim exponierten Futtertisch legten sie großen Wert auf die Oberfläche – und ließen ihn von Meier Bau extra behandeln: „Auch bei diesem Bauteil musste es aufgrund der hohen Temperaturen extrem schnell gehen: Wir haben betoniert, glatt abgezogen und gleich darauf wurde der frische Beton geschliffen.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

„Wir mussten gießen, gießen, gießen.“

Michaela Koller

Wert auf das optische Erscheinungsbild legte die Familie auch beim vollautomatischen Melkstand: „Die Einhausung für das Melkhaus haben wir aus rotem Beton errichtet“, erzählt Michaela Koller. „Die Alternative wären Fliesen gewesen. Doch diese hätten geklebt und verfugt werden müssen. Zudem ist Beton im Vergleich zu Fliesen unempfindlicher. Von daher war unsere Wahl klar: Beton, aber in passendem Rot zu unserem Lely-Melkroboter“, berichtet die Landwirtin.
Fachberater Hans Zeitler von der Betotech Nabburg, einer Beteiligung von Heidelberger Beton, war als Berater vor Ort und sorgte für den passenden Rotton. „Wir haben uns für das kräftigste Rot entschieden“, berichten die Bauherren. Um hier eine möglichst ebenmäßige Betonoberfläche zu erhalten, verwendeten die Bauherren als Schalung Betoplan-Platten. „Man sieht ja sonst die geringste Verunreinigung“, weiß Konrad Koller. Das so erzielte gleichmäßige Bild gefiel den Bauherren sehr gut. Und sie ließen ihrer Kreativität freien Lauf. „Wir haben dann noch spiegelverkehrt die Lely-Buchstaben ausgeschnitten und in die Schalung geklebt – und nach dem Aushärten grau hinterlegt“, erzählt Michaela Koller. „Das sieht jetzt richtig schick aus.“
Der Rest des Baus ging dann sehr schnell: „Der Beton-Spaltenboden und die Stahl-Holz-Konstruktion des Stalls bestehen ja aus lauter Fertigteilen, die dann bei uns – wie Steine aus einem Legobaukasten – einfach und zügig zusammengesetzt werden konnten“, berichtet die Bauherrin. Platz für noch mehr Kühe ist bereits eingeplant: Bei Bedarf kann ein Abstellplatz entsprechend umfunktioniert werden.
Die Kühe kümmert das attraktive Aussehen ihres Stalls wenig, für sie zählt, dass sie sich dort wohl fühlen und gemächlich zwischen Fressstelle, Trinktrog, Liegematte, Freiluftplatz und Melkstand hin- und herschlendern können.Anke Biester

Objektsteckbrief

Projekt:
Stall mit Spaltenboden und vollautomatischem Melkstand

Bauherr:
Konrad und Michaela Koller, Illkofen/Beratzhausen

Bauunternehmen:
Meier Bau GmbH, Lupburg

Betonproduzent
Heidelberger Beton Donau-Naab GmbH & Co. KG

Stahl-Holz-Fertigteile:
Rudolf Hörmann GmbH & Co. KG, Buchloe

Beton:
810 m³ C20/25, C35/45 18 m³ roter Beton C25/30 (Heidelberger Farbbeton)

Lieferwerk Zement:
HeidelbergerCement AG, Burglengenfeld

Betonberatung:
Betotech Nabburg, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH

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