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Dieter Schumann (Auszüge aus dem Filmmaterial)

Ausgabe 2/2016

Notaufnahme

Wenn Fremde näher kommen

Ein Dokumentarfilm von Dieter Schumann begleitet eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern drei Wochen lang auf ungewohntem Terrain. Der Film „Notaufnahme – wenn Fremde näher kommen“ zeigt, wie Zahrensdorf es schafft, von einem Tag auf den anderen 56 Flüchtlinge zu beherbergen.

Meist kommen die großen Aufgaben über Nacht. Ohne Vorankündigung geht es plötzlich los: Im September 2015 muss die kleine Gemeinde Zahrensdorf in Mecklenburg-Vorpommern 56 Flüchtlinge in einer Turnhalle aufnehmen. Der Filmemacher Dieter Schumann nähert sich dem Thema behutsam. Drei Wochen haben er und sein Team die spontanen Vorbereitungen, die Ankunft der Flüchtlinge, die erste Begegnung, das Zurechtfinden aller Beteiligten und das Engagement der Ehrenamtlichen filmisch begleitet.

„Ihr Land werden sie niemals vergessen, äußerlich wirken sie vielleicht ganz ruhig, aber innerlich sind sie immer noch bei ihrer Heimat.“

Übersetzerin

In intensiven Wochen erlebten die Filmemacher, Helfer und Geflüchteten die besondere Wirklichkeit einer Notaufnahme ohne klaren Ausgang. Dabei lernt jeder von jedem. Renovieren, Sammeln, Ordnen ist eine Sache. Die Begegnung mit Menschen, die alles verloren oder hinter sich gelassen haben und nun in der Fremde ankommen, ist eine Erfahrung, die jeden einzelnen prägt und auch bereichern kann. Im Dokumentarfilm „Notaufnahme – wenn Fremde näher kommen“ wird die zupackende Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen, die die beengte Turnhalle in eine erträgliche Interims-Bleibe wandeln, ebenso eingefangen wie die Ängste, die Hoffnung und die Verzweiflung der Ankömmlinge. Besorgnis und Neugierde bestimmen den Alltag. „Nicht fragen, machen“ ist Maxime mancher Helfer. „Mit der Zeit wachsen wir rein“, beschreibt Frank Ahlers, stellvertretender Bürgermeister, die Situation. Er erinnert sich als ehemaliger DDR-Bürger an die Zeit der Wende und an die Vorurteile, die damals nach dem ersten Willkommenstaumel auftauchten. Er befürchtet, dass auch jene, die heute mit Blumen dastehen, sich bald abwenden. So unterschiedlich die Fluchtursachen, so individuell sind die Menschen, die hier zusammentreffen, in ihren Meinungen und Überzeugungen. Das führt, nicht nur der Enge und Ungewissheit geschuldet, auch zu Auseinandersetzungen, die die Kamera einfängt.

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Unabhängig von ihrer Herkunft unterstützt der stellvertretende Bürgermeister mit seinem Team alle Ankommenden.

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Dieter Schumann (Auszüge aus dem Filmmaterial)

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Unabhängig von ihrer Herkunft unterstützt der stellvertretende Bürgermeister mit seinem Team alle Ankommenden.

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Dieter Schumann (Auszüge aus dem Filmmaterial)

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Unabhängig von ihrer Herkunft unterstützt der stellvertretende Bürgermeister mit seinem Team alle Ankommenden.

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Unabhängig von ihrer Herkunft unterstützt der stellvertretende Bürgermeister mit seinem Team alle Ankommenden.

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Dieter Schumann (Auszüge aus dem Filmmaterial)

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Unabhängig von ihrer Herkunft unterstützt der stellvertretende Bürgermeister mit seinem Team alle Ankommenden.

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Dieter Schumann (Auszüge aus dem Filmmaterial)

Szenenwechsel: Vier Frauen einer syrischen Familie haben sich auf der Flucht vor dem IS gemeinsam durchgeschlagen. Eine ehemalige Studentin der Journalistik fasst es laut Übersetzerin so zusammen: „Ihr Land werden sie niemals vergessen, äußerlich wirken sie vielleicht ganz ruhig, aber innerlich sind sie immer noch bei ihrer Heimat. Sie vermissen einfach alles aus Syrien. Die Geräusche, die Gerüche, das Essen, die Bäume und die Lieder. Könnten Sie Ihr Land verlassen?“
Filmemacher Dieter Schumann hat nicht nur die Begegnung mit einer traumatisierten tschetschenischen Familie, die sich zum zweiten Mal auf die Flucht begeben hat, nachhaltig bewegt. Der Aspekt der sicheren und unsicheren Herkunftsländer beschäftigt ihn seit dem Dreh. Die politischen Lösungen, so meint er, hätten mit der Realität wenig zu tun. „Not und Hilfsbedürftigkeit macht an Grenzen nicht halt.“
Realisiert werden konnte der Film durch die Förderung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, der Sparkasse Parchim-Lübz und der Norddeutschen Landesbank.Susanne Ehrlinger

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