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Rausgehen und Ausprobieren: Gründer Bastian Kröhnert nimmt Abenteuer in den Blick.

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Ralf Malinka

Ausgabe 2/2016

"Am Anfang muss es 'Klick' machen."

Herausforderung Start-up

Eben zurück von Reisen nach Japan und Kuba, ein Zwischenstopp in Berlin, Managen der „Strandschicht“, Organisation des „Mammutmarschs“, Trainieren für den Kampfsport Brazilian Jiu-Jitsu – in der Momentaufnahme aus dem Leben von Bastian Kröhnert mischen sich Abenteuer, Unternehmensmanagement und Powertraining.

Was motiviert Bastian Kröhnert, so viele Projekte in Bewegung zu setzen? „Es muss bei mir ‚Klick‘ machen. Dann ist das Gefühl da, dass ein Projekt einen wertvollen Beitrag leistet und funktionieren kann.“
Über Strandschicht, das Unternehmen, das er direkt nach dem Bachelor-Abschluss in BWL mit einem Kommilitonen gegründet hat, berichteten die renommierten Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazine. „Strandschicht stellt kleineren Unternehmen, Freiberuflern und Privatmenschen virtuelle persönliche Assistenten zur Seite, die nach individuellem Bedarf im Backoffice unterstützen. Das gab es damals in Deutschland nicht“, erklärt Bastian Kröhnert. „Wichtige Inspiration war Timothy Ferriss und sein Buch ‚Die Vier-Stunden-Woche‘. Die Idee von Strandschicht habe ich mit großem Selbstbewusstsein und genauso großer Naivität den Medien angeboten und es hat funktioniert. Durch die Medienöffentlichkeit konnten wir uns die PR sparen.“
Der Clou an Strandschicht ist die effektive Arbeitserleichterung, durch die Zeit frei wird für die Kunden wie für die Gründer, die ihr Unternehmen auf Distanz, ohne festes Büro und mit überschaubarem Zeiteinsatz führen. Das Workshop-Format „Idea-Camp“ hat er kurz darauf mit Partnern ins Leben gerufen – für Leute, die ihr eigenes Start-up-Konzept finden und auf den Markt bringen wollen.

„Der Begriff Scheitern bedeutet für mich aufgeben.“

Bastian Kröhnert wollte sich nicht vorschreiben lassen, wann er am Arbeitsplatz erscheinen muss und wann Freizeit im Kalender steht: „Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Mit einer für Strandschicht hohen Steuernachzahlung hatten wir überhaupt nicht gerechnet und das Geld war nicht auf dem Firmenkonto. In dieser schwierigen Lage mussten wir uns ganz auf das Unternehmen konzentrieren, um eine Lösung zu finden.“
Was ist mit Situationen, die sich nicht lösen lassen – wie geht er mit dem Scheitern um? „Den Begriff ‚Scheitern‘ würde ich nicht verwenden, das bedeutet für mich aufgeben. Wenn etwas nicht funktioniert, dann nehme ich es nicht persönlich und stelle den Lernerfolg in den Vordergrund: Ich finde es besser, zu handeln, als Dinge nicht auszuprobieren.“
Etwa drei Jahre lang hat er sein Wissen und seine Erfahrungen in Vorlesungen und Coachings weitergegeben, zum Beispiel auch auf dem Entrepreneurship Summit von Gründer-Förderer Professor Günter Faltin. „Aber das Referieren und Vornestehen hat mir nicht so viel Freude gemacht. Derzeit zieht es mich zu sehr nach draußen“, sagt Bastian Kröhnert.

„Ich war von Anfang an davon überzeugt, zu gründen.“

Rausgehen und Ausprobieren sind auch die Initialzünder für den Mammutmarsch: Er fand im Mai 2016 in Brandenburg in der Märkischen Schweiz statt, zum fünften Mal: „Das war auch so ein ‚Klick‘-Projekt. Vor knapp zehn Jahren sind ein Freund und ich 100 Kilometer am Stück gelaufen; unterstützt haben uns Freunde mit dem Roller, Kocher und Spaghetti im Gepäck. Den Mammutmarsch als Veranstaltung haben wir vor vier Jahren gestartet, die ganze Strecke selbst geplant und über Facebook Leute gesucht, die mitmachen. Im ersten Jahr waren wir 17, dann 50, beim dritten Mal haben 150 Leute mitgemacht. Letztes Jahr waren es 950 Teilnehmer.“
Jetzt ist die Organisation für Bastian Kröhnert und das Mammutmarsch-Team die Herausforderung: Die Streckenposten und die Versorgung, die Infrastruktur am Start- und Zielpunkt und unterwegs, wenn Teilnehmer abbrechen. „Die Absprache mit den Ämtern ist aufwändig, aber in der Regel freuen die sich, weil wir mit dem Mammutmarsch Aufmerksamkeit in die Region bringen – so wie der „Dodentocht“ (Totenkopfmarsch) die Kleinstadt Bornem weit über Belgien hinaus bekannt gemacht hat.“

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Herausforderung Kälte: Weil die Temperaturen nachts auf drei Grad Celsius absanken, wurde der Mammutmarsch am 14. Mai 2016 bei Kilometer 59 beendet.

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Frank Kreitner

Eine neue Herausforderung gab es 2016: Der Marsch musste abgebrochen werden, weil die Temperaturen nachts stark absanken. „Im letzten Jahr konnte man problemlos eine halbe Stunde rasten, in diesem Jahr war das ohne Winterkleidung kaum möglich.“ Bastian Kröhnert und das Team planen, beim Marsch 2017 warme Räume und heiße Getränke zur Verfügung zu stellen.
Seit seinem Auslandsstudienaufenthalt in Peking 2008 betreibt Bastian Kröhnert mit viel Einsatz die Kampfsportart BJJ – Brazilian Jiu-Jitsu. Letztes Jahr hat er bei der ostdeutschen Meisterschaft sogar Silber gewonnen. „Ich bin ambitioniert, aber kein Profi. Sonst müsste ich mehr trainieren und könnte weniger reisen.“ Welche neue Herausforderung er als nächstes angeht, ist noch ungewiss: „Über weitere Projekte denke ich gerade nicht nach, da steht im Moment der Mammutmarsch ganz vorne. Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit bei einer Sache zu haben.“Susanne Jung

Links

www.strandschicht.de
www.ideacamp.de
www.mammutmarsch.de

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