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Der Beton wurde in Speyer direkt aus dem Fahrmischer in die vorbereiteten Flächen eingearbeitet.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Ausgabe 2/2015Thema: Struktur

Starker Auftritt

Stahlfaserbeton für moderne Logistikzentren

Die Investition in Logistikzentren ist für viele global agierende Unternehmen eine Antwort auf sich wandelnde Strukturen und Herausforderungen des Weltmarktes. Für die Hallenflächen eignen sich stahlfaserbewehrte Industrieböden, die mit enormen Feldgrößen den hohen Verkehrs- und Punktlasten sowie Nutzungsfrequenzen standhalten.

Zwei immense Logistikzentren stehen kurz vor ihrer Fertigstellung. Das Consolidation Center der Daimler AG in Speyer wird Mitte des Jahres eingeweiht, das neue Materialwirtschaftszentrum der Maschinenfabrik Reinhausen im Regensburger Industriegebiet Haslbach wird Ende 2015 in Betrieb genommen. Beide Unternehmen, der Autokonzern und der Weltmarktführer für die Regelung von Leistungstransformatoren, optimieren mit den Logistikzentren ihre längst schon globalisierten Arbeitsabläufe. Im Südwesten Deutschlands eröffnet Daimler mit einem Investitionsvolumen von 90 Millionen Euro eine Drehscheibe zur Versorgung der Pkw-Werke in China, Südafrika und den USA. „Das neue Consolidation Center in Speyer ist ein wichtiger Baustein unserer Wachstumsstrategie bei Mercedes-Benz Cars. Mit diesem Standort können wir die stetig wachsenden Materialströme und die steigende Komplexität in unserem weltweiten Produktionsnetzwerk zukünftig noch effizienter und flexibler organisieren“, verlautete das Unternehmen in einer Pressemeldung zum Richtfest vergangenen September. Die Belieferung der großen Auslandswerke ließ Daimler bislang allein durch Logistikdienstleister in Bremen abwickeln. Das neue, zusätzliche Zentrum in Speyer reduziert nun bei Anlieferungen etwa aus Süddeutschland erhebliche Transportkilometer, was Logistikkosten- und Kohlendioxideinsparungen zur Folge hat. Die gute Infrastruktur in europäischer Zentrallage, die verfügbare Fläche und die günstigen Anbindungen der Stadt Speyer an Straße, Schiene und Binnenschifffahrt machen diesen Standort für das Unternehmen attraktiv.

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Im Außenbereich des Consolidation Center in Speyer kommt Luftporenbildner in den Stahlfaserbeton, um den Frost-Tausalz-Widerstand zu erhöhen.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) wiederum hat an ihrem Heimatstandort Regensburg rund 24 Millionen Euro in ein hoch automatisiertes Materialwirtschaftszentrum und die Neuordnung des bestehenden Werksgeländes investiert. Das neue Logistikzentrum des Familienunternehmens in fünfter Generation bündelt die Abläufe, die bislang noch auf mehrere Standorte verteilt sind. Bislang machte vor allem die tägliche Bedienung von vier Lagern im Stadtgebiet den MR-Logistikern zu schaffen. Auch die Erneuerung der Lagertechnik und die Umsetzung von vielfältigen Ideen zur Neuordnung der Abläufe waren nötig geworden. Mit der Umstrukturierung im neuen Materialwirtschaftszentrum möchte das Unternehmen die Logistik- und Durchlaufkosten um 25 Prozent senken. Eines ist gewiss: Der verringerte Werksverkehr entlastet Regensburg jährlich um rund 225.000 Lkw-Kilometer. „Als Bauteil birgt ein Industrieboden selten eine Gefahr für Leib und Leben“, meint Jochen Heller, Geschäftsführer von Heidelberger Beton Donau-Naab mit Sitz in Burglengenfeld – einem Werk, das Stahlfaserbeton zum Materialwirtschaftszentrum nach Regensburg geliefert hat. „Bei einer Ausführung als tragendes Bauteil für ein Hochregallager muss der Boden aber bestimmten statischen Belastungen Stand halten.“ Jochen Heller verdeutlicht die Vorteile von Stahlfaserbeton und erklärt, warum ein Produkt wie Steelcrete immer stärker nachgefragt wird: „Seit ein paar Jahren gibt es für Beton mit Stahlfasern genau definierte Leistungsklassen. Zwar bemessen viele Statiker noch immer die nötige Bewehrung eines Industriebodens mittels Stahlmatten oder Geflecht. Man kann diese aber nun umbemessen, nach Leistungsklassen, die es für Stahlfaserbeton gibt. Sein Einsatz reduziert den Arbeitsaufwand für die Mattenbewehrung und den Stahlverbrauch deutlich, das bringt häufig ein wirtschaftlicheres Ergebnis. Die Norm existiert schon seit rund acht Jahren, aber erst seit zwei, drei Jahren steigt spürbar die Nachfrage. Wenn allerdings Bauunternehmen Fasern jedweder Art beimischen lassen wollen, erhalten sie auf die statische Wirkung im Beton keine Gewährleistung. Wenn sie sich von einem unserer Werke Steelcrete liefern lassen, entspricht dieser der genau definierten Leistungsklasse, die für das Bauwerk erforderlich ist. Zusammen mit dem Stahlfaserlieferanten werden im Vorfeld Eignungsprüfungen durchgeführt. Dabei werden für unterschiedliche Festigkeitsklassen mit verschiedenen Stahlfasern und unterschiedlichen Dosierungen die Leistungsklassen bestimmt. Der Stahlfaserlieferant erbringt bei vielen Projekten auch den statischen Nachweis.“

Objektsteckbrief Consolidation Center

Projekt:
Consolidation Center, Speyer

Bauherr:
Daimler Verwaltungsgesellschaft für Grundbesitz mbH, Schönefeld

Bauunternehmen:
W. Markgraf GmbH & Co KG, Bayreuth

Einbau Industrieboden:
B & T Betonbodenbau GmbH, Frankenthal

Betonproduzent:
Heidelberger Beton GmbH, Gebiet Rhein-Haardt, Lieferwerk Speyer

Produkte:
insgesamt 32.500 m³ Steelcrete nach Leistungsklasse Außenfläche: 18.000 m³ Steelcrete C30/37 L 1,5/1,2 mit LP, F2 Hallenboden: 14.500 m³ Steelcrete C30/37 L 1,5/1,2, F 4

Stahlfaserlieferant:
Bekaert GmbH, Neu-Anspach

Betonberatung:
Betotech GmbH Baustofftechnisches Labor, Eppelheim

Einweihung:
Sommer 2015

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Für Industrieböden großer Logistikzentren, wie hier in Regensburg, ist der Einsatz von faserbewehrtem Beton heute Stand der Technik.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Beton mit eingebauter Bewehrung

Für das Materialwirtschaftszentrum in Regensburg hatte das Generalunternehmen Bolckmans bereits im Vorfeld eine Kombinationsbewehrung aus Stahlfaserbeton nach Leistungsklassen und konventioneller Stahlbewehrung ins Auge gefasst. Zusammen mit der Firma Bekaert und Heidelberger Beton wurden noch andere Varianten geprüft. Zur Ausführung kam schließlich die Kombinationsbewehrung aus Matten und Steelcrete-Stahlfaserbeton mit Leistungsklasse 1,5/1,2. Hersteller Bekaert hat auch die Stahlfasern für den Beton geliefert, der im Werk Speyer für das Projekt von Daimler produziert wurde. Hier wie dort wurden mit verschiedenen Stahlfasern Erst- und Einstufungsprüfungen für die geforderten Leistungsklassen gefahren. Dabei ging es konkret darum, festzulegen, wie viele und welche Fasern für den passgenauen Stahlfaserbeton zum Einsatz kommen sollten. „Eine Kombinationsbewehrung mit verstärkter Bewehrung bei höheren anfallenden Lasten, etwa unter den Hochregallagern, ist baupraktisch, denn so kann mit einer Rezeptur der gesamte Boden eingebaut werden“, erläutert Arthur Haug vom Technischen Verkauf von Bekaert. Bei den meisten großen Bauvorhaben setzen Statiker inzwischen von vorneherein auf die Berechnung mit Stahlfaserbeton. „Häufig“, so der Spezialist in Sachen Stahlfasern, „machen aber auch wir die Umbemessung oder die gesamte statische Berechnung für derartige Böden.“ So sei Faserarmierung bei Industrieböden heute Stand der Technik, knapp 70 Prozent der großen Bauvorhaben würden, dank der entsprechenden Leistungsklassen von Stahlfaserbeton, auf diese Weise ausgeführt, schätzt er. In Regensburg hat das Unternehmen Scharf Bodensysteme den Betonboden ausgeführt. Die Bodenplatte wurde in sechs Betonierabschnitten erstellt, mit Losgrößen bis zu 540 Kubikmeter pro Tag. Der Steelcrete-Stahlfaserbeton wurde vom TBG Betonpumpendienst Nabburg, einer Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, in die Halle gepumpt. In verschiedenen Stärken eingebracht, wurde der Beton verdichtet, geglättet und zur gewünschten Ebenflächigkeit gebracht. Die entsprechende Betonrezeptur hat Hans Zeitler von der Betotech Nabburg entwickelt.

Stahlfaserbeton

Stahlfaserbeton ist ein Beton mit eingebauter Bewehrung. Er hat sich in der Praxis als effizienter Baustoff für viele Anwendungen etabliert. Je nach Belastung des Betons können Stahlfasern teilweise oder ganz die Funktion der traditionellen Bewehrung übernehmen. Für Industriefußböden ohne bauordnungs- und wasserrechtliche Anforderungen wie beim Consolidation Center in Speyer oder dem Materialwirtschaftszentrum in Regensburg kann das DBV Merkblatt „Industrieböden aus Stahlfaserbeton“ angewendet werden, das auf Leistungsklassen aufbaut.

In den Innenbereichen der großen Hallenanlagen war es sinnvoll, möglichst fugenlose Flächen auszuführen. Im Außenbereich, unter dem Einfluss extremer Witterungsbedingungen, wurden dem Stahlfaserbeton Luftporenbildner beigefügt, um den Frost-Tausalz-Widerstand zu erhöhen. Auch hier führen die Eigenschaften von Stahlfaserbeton zu einer signifikant höheren Duktilität des Bauteils.
www.steelcrete.de

Neue Strukturen im Südwesten

41.000 Kubikmeter Beton, davon 32.500 Kubikmeter Steelcrete, hat die Heidelberger Beton GmbH, Gebiet Rhein-Haardt, für das gigantische Consolidation Center in der Pfalz geliefert. Allein 1.000 Tonnen Stahlfasern wurden eingemischt. Das Betonwerk wickelte das logistisch anspruchsvolle Bauvorhaben durch Schichtbetrieb von ein Uhr nachts bis zum Morgen ab, um eine reibungslose Anfahrt zu sichern. Während der Bauzeit von Juli bis Dezember 2014 wurden täglichrund 650 Kubikmeter Stahlfaserbeton transportiert, das entspricht etwa 80 Fahrten am Tag. „Wie Büroklammern sehen die fünf Zentimeter langen und ein Millimeter dicken Fasern aus, von denen im Lieferwerk Speyer rund 30 Kilo pro Kubikmeter beigemischt wurden“, meint Prokurist Ralph Störzer. Menge und Art der Fasern hingen auch hier von den Belastungen ab, die der Boden auszuhalten hat. Geplant, koordiniert und überwacht hat das Daimler-Projekt mit 79.000 Quadratmetern Hallenfläche die Bauunternehmung Markgraf aus Bayreuth, die das gesamte Center nach Vorgaben des Bauherrn schlüsselfertig errichtet hat. „Der gesamte Industrieboden in den acht ineinander übergehenden Hallen ist stahlfaserbewehrt. Nur um die Stahlstützen herum haben wir mit Zulageeisen ergänzt“, schildert Projektleiter Gerald Etterer den Ablauf. Sein Unternehmen hat den Stahlfaserbeton nach Leistungsklassen berechnet und bei Heidelberger Beton bestellt. Der 18 Zentimeter dicke Boden liegt direkt auf einer Schotterschicht. Die Felder in den Hallen sind 27 mal 29 Meter groß und werden von Stahlprofilen eingefasst. Innerhalb dieser Bereiche ist der Boden fugenfrei. B & T Betonbodenbau aus Frankenthal hat den Industrieboden maschinell geschwabbelt und mit Flügelglättern geebnet. Ein frisch in frisch aufgestreuter Hartstoff sorgt für die geforderte Abriebfestigkeit. Folien verhinderten, dass der Beton zu schnell ausdunstete. Im Außenbereich wurden die Feldgrößen auf acht mal acht Meter beschränkt, um den Witterungsbedingungen gerecht zu werden.


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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

„Der gesamte Industrieboden in den acht ineinander übergehenden Hallen ist stahlfaserbewehrt. Nur um die Stahlstützen herum haben wir mit Zulageeisen ergänzt“, schildert Projektleiter Gerald Etterer den Ablauf. Sein Unternehmen hat den Stahlfaserbeton nach Leistungsklassen berechnet und bei Heidelberger Beton bestellt. Der 18 Zentimeter dicke Boden liegt direkt auf einer Schotterschicht. Die Felder in den Hallen sind 27 mal 29 Meter groß und werden von Stahlprofilen eingefasst. Innerhalb dieser Bereiche ist der Boden fugenfrei. B & T Betonbodenbau aus Frankenthal hat den Industrieboden maschinell geschwabbelt und mit Flügelglättern geebnet. Ein frisch in frisch aufgestreuter Hartstoff sorgt für die geforderte Abriebfestigkeit. Folien verhinderten, dass der Beton zu schnell ausdunstete. Im Außenbereich wurden die Feldgrößen auf acht mal acht Meter beschränkt, um den Witterungsbedingungen gerecht zu werden. Hier wie in Regensburg kam Luftporenbildner in den Stahlfaserbeton, der den Frost-Tausalz-Widerstand erhöht. Den Beton für innen und außen hat im Südwesten Michael Schuck von der Betotech aus Eppelheim, einer Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH, konzipiert.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief Maschinenfabrik

Projekt:
Materialwirtschaftszentrum Maschinenfabrik Reinhausen, Regensburg-Haslbach

Bauherr:
Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Regensburg

Generalunternehmen:
Bolckmans GmbH, Schwalmtal-Waldniel

Fundamentierung:
Josef Stanglmeier Bauunternehmung, Abensberg

Einbau Industrieboden:
Scharf Bodensysteme UG, Bad Dürkheim

Betonproduzent:
Heidelberger Beton Donau-Naab GmbH & Co. KG – Werk Burglengenfeld WTG Walhalla Transportbeton GmbH – Werk Regensburg, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH

Produkte:
ca. 5.000 m³ verschiedene Betonsorten, davon für den Hallenboden ca. 2.500 m³ Steelcrete nach Leistungsklasse, C30/37 L 1,5/1,2

Stahlfaserlieferant:
Bekaert GmbH, Neu-Anspach

Betonberatung:
Betotech Nabburg GmbH

Pumpendienst:
TBG Betonpumpendienst Nabburg, eine Beteiligung der Heidelberger Beton GmbH

Einweihung:
2020

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