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Der A400M auf der neuen Start- und Landebahn

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Ausgabe 2/2015 Thema: Struktur

Solider Grund für einen Riesen

Spezialbindemittel und Zement für Militärflugplatz Wunstorf

Der Fliegerhorst in Wunstorf soll einer der modernsten Militärflugplätze und Stützpunkt für den Airbus A400M in Europa werden. Für das derzeit größte Infrastrukturprojekt der Luftwaffe lieferte HeidelbergCement rund 37.000 Tonnen Zement sowie Spezialbindemittel zur Bodenstabilisierung der Start- und Landebahn.

Beinahe wie Spielzeug wirken die alten Gebäude gegenüber der neuen Wasch- und Wartungshalle auf dem Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf. Drei Militärflugzeuge des Typs A400M Atlas finden in dem Neubau künftig nebeneinander Platz – auf einer Fläche so groß wie zwei Fußballfelder. Der neue Transportflieger ist etwa doppelt so groß wie das Vorgängermodell Transall, das momentan noch auf dem Fliegerhorst stationiert ist. Für das Ziel, Stützpunkt für Betrieb, Wartung sowie Piloten- und Technikerausbildung des A400M zu werden, sind in Wunstorf bis 2020 knapp 40 Baumaßnahmen vorgesehen, die insgesamt rund 450 Millionen Euro kosten werden.

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Auf einer Gesamtfläche von 20 Hektar wurden 21 Stell-plätze für das Transportflugzeug A400M hergestellt. Der Beton wurde mittels Gleitschalungsfertiger in verschiedenen Einbaubreiten bis zu 15 Meter eingebaut.

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© GP Günter Papenburg AG

Seit 2009 prägen Baufahrzeuge den Militärstützpunkt nahe Hannover, zahlreiche Kräne weisen den Weg über die Großbaustelle. Bis zu 19 Baumaßnahmen mussten in Hochzeiten auf dem 450 Hektar großen Gelände parallel abgewickelt werden, ohne den bestehenden Flugbetrieb mit der Transall allzu sehr zu beeinträchtigen. „Kein leichtes Unterfangen“, wie Hauptfeldwebel Eric Hennen von der Pressestelle des Lufttransportgeschwaders 62 erklärt. „Für den Betrieb des A400M musste etwa die alte Start- und Landebahn um 650 auf 2.499 Meter verlängert und auf 45 Meter verbreitert werden“, so Hennen. „Dafür wurde nicht einfach an den Kopfenden und an den Seiten der Bahn angeflickt. Die bestehende Piste wurde komplett abgetragen, erneuert und dem neuen, bei Beladung bis zu 141.000 Kilogramm schweren Transportflieger angepasst.“ Christian Warmbold, verantwortlicher Bauleiter des bauausführenden Unternehmens GP Papenburg Baugesellschaft mbH, ergänzt: „Um die Tragfähigkeit der Runway zu gewährleisten, musste zunächst der Untergrund speziell vorbereitet werden.

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Für den Beton sämtlicher Flächen kam ein CEM II/B-S 42,5 R zum Einsatz, der die Anforderungen für Zement an Betonfahrbahnen der TL Beton-StB 07 erfüllt.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Auf keinen Fall dürfen sich aufgrund des hohen Gewichts des Militärfliegers Setzungsschäden bilden.“ Eingesetzt wurden daher 1.600 Tonnen des Spezialbindemittels Multicrete S von HeidelbergCement. Wie der Bauer beim Pflügen den Boden für die Saat vorbereitet, fräste man das Bindemittel bis zu 50 Zentimeter tief in den Boden ein, walzte es fest und verdichtete es damit auch. Während es fest wird, entzieht das zementbasierte Bindemittel dem Boden Feuchtigkeit und verbessert so in doppelter Hinsicht die Tragfähigkeit des Untergrunds. Da sich Multicrete zudem schnell verfestigt, kann der behandelte Abschnitt rasch wieder befahren werden – mit der Folge, dass der Bau zügiger fortschreitet.

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Hauptfeldwebel Eric Hennen von der Pressestelle des Lufttransportgeschwaders 62.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Auch beim Betonieren der neuen Ost-West-Startund Landebahn war besondere Präzision gefragt: „Hier war die erforderliche Genauigkeit, wie wir sie vom Autobahnbau kennen, nicht ausreichend“, erklärt Warmbold. „Die Betonfläche beispielsweise muss absolut eben sein. Damit problematische Flüssigkeiten, die dem Beton zusetzen könnten – wie etwa Enteisungsmittel – ungehindert abfließen können, müssen die Betonflächen außerdem eine leichte Neigung zu den Seiten haben“, fügt Warmbold hinzu. Des Weiteren wurde das Regenrückhaltesystem erneuert und die Oberfläche der Start- und Landebahn aufgeraut, um den Widerstand beim Bremsen während der Landung zu vergrößern. Für den Bau der Runway kamen rund 37.000 Tonnen CEM II/B-S 42,5 R zum Einsatz – ein Portlandhüttenzement nach DIN EN 197-1, geliefert vom Werk Hannover der HeidelbergCement AG. Der Zement erreicht eine hohe Anfangsfestigkeit und erfüllt die Anforderungen an Zement für Betonfahrbahnen der TL Beton-StB 07.


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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Im Zuge der Erweiterung von Abstellflächen mussten auch die Versorgungspunkt-Schächte, in denen die Stromversorgung, die mobilen Luftentfeuchter und die Computeranschlüsse für die Direktversorgung des A400M untergebracht sind, erneuert werden. Zusätzlich wurden Rollwege gebaut, auf denen die Flugzeuge die Start-und Landebahn erreichen können. Ein neues 12.000 Quadratmeter großes Ausbildungszentrum beherbergt zurzeit einen, künftig zwei Full-Flight-Simulatoren des A400M. 2016 soll zusätzlich noch eine 11.000 Quadratmeter große Wartungshalle mit einem Wasch- und zwei Wartungsplätzen fertiggestellt werden. Die Halle beinhaltet auch entsprechende Büro- und Technikräume. Etwa 220 Mitarbeiter werden hier im Schichtbetrieb tätig sein. Zählt man noch den Neubau des Logistikbereichs, die Sanierung von Unterkunftsgebäuden, die Modernisierung der IT-Netze wie auch der Wärmeversorgung und der Entwässerung hinzu, wird der Fliegerhorst Wunstorf nach Abschluss aller Arbeiten bestens für seine Rolle als einziger Standort für den A400M in Deutschland gerüstet sein.Conny Eck

Objektsteckbrief

Projekt:
Erweiterung und Modernisierung Militärflugplatz Wunstorf (derzeit größtes Infrastrukturprojekt der deutschen Luftwaffe)

Bauherr:
Staatliches Baumanagement Weser-Leine

Bauunternehmung:
GP Papenburg Baugesellschaft mbH, Hannover

Produkte:
37.000 t CEM II/B-S 42,5 R 1.600 t Multicrete S Zementwerk Hannover der HeidelbergCement AG

Fertigstellung:
2020

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