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Das im August 2014 fertiggestellte und im November 2014 eröffnete Ministerium erreichte die höchste Auszeichnungsstufe „Gold“ nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ (BNB).

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

Ausgabe 2/2015Thema: Struktur

Mit gutem Beispiel voran

Gold für nachhaltigen Bundesbau

Mit dem Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird der Bund seiner Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz gerecht. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz verbinden sich mit hoher architektonischer Qualität. Auch nachgeordnete Räume entsprechen mit sichtbarem Kalksandsteinmauerwerk diesem Anspruch.

Seit Ende 2014 sind die Berliner Beschäftigten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in einem Neubau untergebracht, der als erstes ziviles Bundesgebäude in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP) geplant und gebaut wurde und betrieben wird. Gegenüber einer konventionellen Eigenrealisierung sind 9,5 Prozent der Kosten eingespart worden, verlautet das Ministerium.
Das 173 Meter lange Haus wurde von den Architekten Heinle, Wischer und Partner für den Bauherrn, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, entworfen. Es liegt an prominenter Stelle unmittelbar am Spreebogen, östlich des Hauptbahnhofs und gegenüber von Bundeskanzleramt und Reichstag. Der Neubau ist – neben Bonn, dem Ort, an dem 75 Prozent der Beschäftigten arbeiten – der zweite Dienstsitz des Ministeriums. Von 1999 bis zur jetzigen Fertigstellung war dieser in der früheren sogenannten „Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR“ und zwei weiteren Liegenschaften in der Friedrichstraße (so genannter „Dreispitz“) sowie in der Hannoverschen Straße (Luisen-Carree) untergebracht. Nun bietet das Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von rund 54.000 Quadratmetern ausreichend Platz für alle Berliner Beschäftigten. Die Ursprünge dieser Bundesbehörde reichen bis ins Jahr 1955 zurück. Damals war unter Bundeskanzler Konrad Adenauer das Bundesministerium für Atomfragen gegründet worden. Verschiedene Umbenennungen und inhaltliche Umstrukturierungen lassen sich auch als Zeugnisse gesellschaftlichen Wandels lesen. So sind heute Bildung und Forschung zentrale Anliegen der Politik. Folgerichtig wurde der sechsgeschossige Stahlbetonbau nun auch nach neuesten Erkenntnissen in puncto Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erbaut und erreichte die höchste Auszeichnungsstufe „Gold“ nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ (BNB).

Qualität zum Leben – Heidelberger Kalksandstein

Heidelberger Kalksandstein ist Hersteller von Baustoffen mit höchster Güte. Die Entwicklung von nachhaltigen und dauerhaften Baustoffen steht im Vordergrund der täglichen Arbeit. Durch technische Beratung und die Präsenz bei Bauvorhaben ist Heidelberger Kalksandstein ein Garant für Qualität. Hohe Maßstäbe der Qualitätssicherung gewährleisten einwandfreie Baustoffe für Bauunternehmen, Bauherren und Nutzer von Objekten.

Heidelberger Kalksandstein ist ein Tochterunternehmen der HeidelbergCement AG. Zum Unternehmen gehören 13 Standorte inklusive Beteiligungen in Deutschland und der Schweiz mit mehr als 250 Mitarbeitern. Hauptsitz der Heidelberger Kalksandstein GmbH ist Durmersheim bei Karlsruhe.

Als Bundesministerium im Zentrum der Stadt, das die Bürger ins offene Foyer einlädt, erfüllt der barrierefreie Bürobau hohe städtebauliche und architektonische Standards. Auch bei nachgeordneten Räumen wurde Wert auf eine nachhaltige Bauweise mit dauerhaft gleichbleibender Optik gelegt. So planten die Architekten die nicht tragenden Wände mit einem größtenteils sichtbaren Mauerwerk aus Kalksandstein. Architekt Christian Pelzeter, Partner im Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner in Berlin, schätzt neben den bauphysikalischen Eigenschaften auch weitere Vorteile: „Kalksandsteinwände sind sofort fertig zur Endnutzung und sehr belastbar – auch bei langfristiger Nutzung sind keine Schäden zu erwarten.“ Aus diesen Gründen plant das Architekturbüro, das auf Bauten von Forschung und Lehre spezialisiert ist, häufig mit Kalksandstein. Und auch der Generalunternehmer BAM baut immer wieder mit Produkten der Heidelberger Kalksandstein GmbH, aktuell bei einem exklusiven Wohnbauprojekt in Berlin. Im Ministerium mauerten unter Instruktion von Polier Michael Winkler von der BAM zwei Kolonnen von sechs bis acht Mann über ein Jahr lang rund 9.400 Quadratmeter nicht tragende Wandfläche, größtenteils sichtbar mit Fugenglattstrich.

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Die Struktur der gemauerten Kalksandsteinwände wird durch den Fugenglattstrich und die exakten Kanten bestimmt.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs).

„Vor allem an den Schächten für Elektroleitungen, in Nebenräumen und im Keller kam Kalksandstein zum Einsatz“, so Polier Winkler, „die unverputzten Wände sind tadellos geworden.“ Geliefert wurden KS ls L-12-1,6, also Lochsteine aus Kalksandstein mit der Druckfestigkeitsklasse 12 und der Rohdichteklasse 1,6. „Industriesichtsteine zeichnen sich durch bessere Kantenschärfe aus als Hintermauersteine“, erläutert Undine Hornung, die als technische Beraterin des Kalksandstein-Werkes Herzfelde arbeitet. Sehr guter Brandschutz, Schallschutz und die gut dokumentierte Öko-Bilanz zeichnen den Baustoff Kalksandstein aus. „Wird bei Bauwerken über Architektur und Qualität gesprochen, werden oft nachgeordnete Räume übersehen. Ich finde interessant, dass auch untergeordnete Bauteile, Untergeschosse, Revisions- oder Schachtwände hohen ästhetischen Anforderungen genügen können, und das nicht nur kurz nach dem Bau, sondern auf lange Sicht.“ Durch seine Bauweise und die gebäudetechnische Ausstattung erfüllt das Ministerium beispielhaft die Anforderungen, die den Energie- und Klimaschutzzielen des Bundes gerecht werden. Die Energieversorgung des nach nur zweieinhalbjähriger Bauzeit fertiggestellten Bürogebäudes erfolgt durch eine intelligente Vernetzung der einzelnen Anlagenkomponenten (Smart Grid) unter Einsatz einer gasbetriebenen Brennstoffzelle und eines Blockheizkraftwerkes zur Strom-, Kälte- und Wärmeerzeugung sowie durch Photovoltaik-Technik auf den Dächern und an der Fassade. Die Systemlösung minimiert den Primärenergiebedarf und den Kohlendioxidausstoß. Ein innovatives LED-Beleuchtungssystem in allen Etagen und Räumen trägt zugleich zur Senkung des Stromverbrauchs bei. So kann der Anforderungswert der geltenden Energieeinsparverordnung für den Jahresprimärenergiebedarf um über 70 Prozent unterschritten werden. „Nicht nur unsere Forschung, auch unser Neubau trägt zur Energiewende bei. Wir fühlen uns in den nachhaltigen Räumlichkeiten sehr wohl“, gab Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich der Einweihung bekannt.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

Bauherr:
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Bonn

Architekten:
Heinle, Wischer und Partner, Stuttgart/Berlin

Generalunternehmer:
BAM Deutschland AG, Stuttgart

Produkte:
Kalksandstein von der Heidelberger Kalksandstein GmbH, Durmersheim für nicht tragende Innenwände als Sichtmauerwerk ausgeführt: KS Is L-12-1, 6-4DF, 3DF, 2DF

Lieferwerk:
Kalksandsteinwerk Herzfelde

Fertigstellung:
2014

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