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Ausgezeichnet: Alexander Humbert, Geschäftsführer der Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG, Dr. Christian Artelt, Senior Manager Sustainable Construction bei HeidelbergCement, und Mirko Börner, Geschäftsführer der Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG, vor dem Werk in Eppelheim – einem der neun zertifizierten Werke der Heidelberger Beton Kurpfalz

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Lossen Fotografie, Heidelberg

Ausgabe 1/2018Thema: Zukunft

Zukunft mit Zertifikat

Interview zur CSC-Zertifizierung der Heidelberger Beton Kurpfalz

Das Zertifizierungssystem des Concrete Sustainability Council (CSC) bietet Herstellern von Transportbeton in Zukunft neue Chancen, die positiven Eigenschaften des Baustoffs Beton in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken. context sprach darüber mit den Verantwortlichen des ersten CSC-zertifizierten Transportbetonunternehmens in Deutschland.

context: Warum hat sich die ­­Heidelberger Beton Kurpfalz für eine CSC-Zertifizierung entschieden?

Dr. Christian Artelt: Ausschlaggebender Punkt war der Neubau der Hauptverwaltung von ­HeidelbergCement, der von der Heidelberger Beton Kurpfalz mit Beton beliefert wird. Dort wird der „Platin“-Standard, die höchste Zertifizierungskategorie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), angestrebt. Dabei werden die Themen „Ökonomische Qualität“, „Soziokulturelle und Funktionale Qualität“, „Technische Qualität“ und „Prozessqualität des Bauprojektes“ bewertet. Zusätzlich spielen bei Neubau und Betrieb auch Effizienz und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Mit dem Einsatz von nachhaltig produziertem Beton haben wir somit die Gelegenheit, bei einem eigenen Bauvorhaben ein Zeichen zu setzen.

Alexander Humbert: Wir sehen uns außerdem in der Verantwortung beim Thema Nachhaltigkeit. Nicht nur, weil das Thema in der Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert einnimmt, sondern auch, weil unser langfristiger Unternehmenserfolg nachhaltig orientiertes und verantwortungsvolles Handeln voraussetzt. Wir berücksichtigen die Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft, übernehmen soziale und ökologische Verantwortung.

c: Wie wollen Sie die erfolgte Zertifizierung nutzen?

Humbert: Da wir der erste Transportbetonhersteller in Deutschland sind, der die CSC-Zertifikate erworben hat, bietet dies die Chance, sich in weiterer Weise vom Wettbewerb zu differenzieren. Viele Bauherren lassen ihre Neubauten heute nach DGNB zertifizieren. Dazu passt dann natürlich auch ein Beton, der nachweislich nach Nachhaltigkeitskriterien produziert wurde.

Artelt: Seit Januar dieses Jahres ist die neue DGNB System Version 2018 für die Zertifizierung nachhaltiger Gebäude mit dem stark überarbeiteten Kriterium „Verantwortungsbewusste Materialgewinnung“ auf dem Markt. Dieses Kriterium zielt darauf, eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Materialgewinnung und Verarbeitung nach anerkannten ökologischen und sozialen Standards zu fördern. In der neuen DGNB System Version 2018 besteht nun erstmals auch für den Baustoff Beton die Möglichkeit der Anerkennung. Der hierfür für notwendige Prozess wurde kürzlich vom CSC angestoßen. Nach der Anerkennung besteht dann für unsere Kunden die Möglichkeit, besondere DGNB-Punkte in Projekten zu erwerben, wenn sie mit Heidelberger Beton gebaut haben.

Zertifizierte Nachhaltigkeit

Betonhersteller, Zementhersteller und Produzenten von Gesteinskörnung, die sich für nachhaltiges Wirtschaften engagieren, können sich ab sofort zertifizieren lassen. Ziel ist die Berücksichtigung in Systemen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden, wie dem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Die Grundlage dazu bildet das Zertifizierungssystem des Concrete Sustainability Council (CSC). Dieses beruht auf einer gemeinsamen Initiative der Cement Sustainability Initiative (CSI) sowie von Unternehmen und Verbänden der Zement- und Betonindustrie und Zertifizierungsinstituten. HeidelbergCement gehört zu den Gründungsmitgliedern des CSC und war an der Entwicklung des Zertifizierungssystems führend beteiligt.
Die Heidelberger Beton Kurpfalz hat als erste deutsche Transportbetongesellschaft die Zertifizierung des Concrete Sustainability Council (CSC) erhalten. Sie bescheinigt dem Unternehmen eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich verantwortungsvoll gemanagte Betonproduktion, die auch die Wertschöpfungskette berücksichtigt.
Der Prüfprozess bestand sowohl aus einer umfangreichen Prüfung der eingereichten Unterlagen als auch aus einer intensiven Begutachtung von zwei Standorten. „Dank der sehr guten Vorbereitung durch den Kunden konnte der Zertifizierungsprozess zügig und effizient abgewickelt werden“, so Dr. Martin Oerter, Auditor und Geschäftsführer der zertifizierenden FIZ GmbH. „Wir gratulieren der Heidelberger Beton Kurzpfalz GmbH & Co. KG herzlich zu der erbrachten Leistung und freuen uns als Zertifizierungsstelle, dass das Unternehmen aus dem Stand ein silbernes Zertifikat gemäß den Vorgaben des Concrete Sustainability Council erreicht hat.“

Kategorien und Kriterien des CSC-Zertifizierungssystems

  • Grundvoraussetzungen
    • Einhaltung geltender Gesetze
    • Menschenrechte
    • Rechte indigener Völker
    • Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung
    • Nachvollziehbare Materialherkunft
  • Management
    • M 1 Nachhaltige Einkaufspolitik
    • M 2 Umweltmanagement
    • M 3 Qualitätsmanagement
    • M 4 Gesundheits- und Sicherheitsmanagement
    • M 5 Lieferkette
    • M 6 Benchmark
  • Soziales
    • S 1 Produktinformation
    • S 2 Lokales Gemeinwesen
    • S 3 Gesundheit & Sicherheit
    • S 4 Arbeitsbedingungen
  • Umwelt
    • U 1 Ökologische Produktinformationen
    • U 2 Landnutzung
    • U 3 Energieverbrauch
    • U 4 Luftqualität
    • U 5 Wasserverbrauch
    • U 6 Biodiversität
    • U 7 Sekundäre Materialien
    • U 8 Transport
    • U 9 Sekundäre Brennstoffe
  • Ökonomie
    • W 1 Lokale Wirtschaft
    • W 2 Ethische Geschäftspraktiken
    • W 3 Innovation
    • W 4 Feedback Prozess

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v.l.: Mirko Börner und Dr. Christian Artelt sind zufrieden: Durch das CSC-Zertifizierungssystem wird Nachhaltigkeit objektiv messbar.

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Kategorien und Kriterien des CSC-Zertifizierungssystems: Die Aufwendungen im Rahmen einer CSC-Zertifizierung hängen weniger von der Unternehmensgröße, sondern vielmehr von den Ambitionen des betreffenden Unternehmens ab

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c: Was waren die wesentlichen Herausforderungen, die zur Erlangung des Zertifikats bewältigt werden mussten?

Mirko Börner: Wir haben alle Werke besucht und mussten quasi „in jede Ecke“ schauen. Tatsächlich war ein Großteil der erforderlichen Nachweise aber schon vorhanden, etwa für die Themen Arbeitssicherheit, Materialverbrauch, Logistik, Wasser- und Umweltmanagement oder für den Umgang mit Rückbeton. Besonders beim Thema Arbeitssicherheit sind wir sehr gut aufgestellt. Das ist auch dem Anspruch der Konzernmutter HeidelbergCement AG geschuldet, das am besten gemanagte Unternehmen der Branche zu sein. Dadurch konnten wir die CSC-Zertifizierung erreichen, ohne Kopfstände machen zu müssen.

Humbert: Ein wichtiges Stichwort sind hier auch die HeidelbergCement Sustainability Commitments 2030. Sie definieren die Schlüsselthemen und Grundsätze unserer Nachhaltigkeitsstrategie, auf welche sich auch die Heidelberger Beton Kurpfalz beruft. Darüber hinaus gibt es Kriterien, die regional gefordert waren, wie eine transparente Kommunikation mit Anwohnern und Vertretern der Gemeinde. Wenn beispielsweise Betonagen über die normalen Arbeitszeiten hinaus laufen, werden die Anwohner von uns stets schriftlich darüber informiert.

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Alexander Humbert: „Wir sehen uns in der Verantwortung beim Thema Nachhaltigkeit.“

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Je nach Erfüllungsgrad können unterschiedliche Zertifizierungsniveaus erreicht werden. Platin wird in der Version 1.0 des CSC-Systems noch nicht vergeben, Gold nur in den Niederlanden.

c: Was war einfacher und was entpuppte sich als schwieriger als vorher gedacht?

Artelt: Mit circa 120 Kriterien ist der Zertifizierungsumfang relativ groß, und die Ausgestaltung des Systems ist unserer Meinung nach noch nicht ganz optimal auf die Landeseigenheiten von Deutschland zugeschnitten. Dazu muss man wissen, dass die weltweite Einführung des CSC-Zertifizierungssystems schon in den letzten Monaten begonnen hat. In Europa sind hier insbesondere Aktivitäten in den Niederlanden, Italien und der Türkei zu nennen, außerhalb Europas in Kanada. In den Niederlanden ist das Zertifizierungssystem bereits am weitesten etabliert. Rund 50 Werke wurden dort bereits zertifiziert. Wir haben zusammen mit dem Bundesverband Transportbeton (BTB) und dem Executive Committee des CSC einen Alternativnachweis für Deutschland für das im CSC-System vorgesehene Kriterium „Benchmark“ definiert, da es in Deutschland auf Ebene der Betonwerke keinen Vergleich von CO-Emissionen, Energieverbrauch oder dem durchschnittlichen Klinkerfaktor gibt. Dieser alternative Nachweis ist für ganz Deutschland zugelassen und erlaubt den Rückgriff auf einen Unternehmensnachhaltigkeitsbericht, der die genannten und einige weitere Themen abdeckt.

c: Streben Sie für weitere Werke eine Zertifizierung an?

Artelt: Ja, wir streben bundesweit die Zertifizierung weiterer Werke an, da die Nachfrage nach DGNB-zertifizierten Projekten zunehmen wird. Im Februar wurde nun auch das Werk Neckarhafen der ­Heidelberger Beton Stuttgart zertifiziert.

c: Welche Chancen bieten sich den Unternehmen der Deutschen Transportbetonindustrie durch eine CSC-Zertifizierung?

Börner: Bislang wird Beton nicht unmittelbar mit dem Begriff Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht. Dabei ist die Verwendung von Beton durchaus nachhaltig: Beton hat nicht nur vorzügliche technische, biophysikalische und ästhetische Eigenschaften. Er wird in Deutschland auch unter Einhaltung höchster Standards hergestellt. Mit der Bereitstellung des CSC-Siegels besteht für die deutsche Transportbetonindustrie daher nun die Chance, die positiven Eigenschaften des Baustoffs Beton in der öffentlichen Wahrnehmung präsenter werden zu lassen und zu einer entsprechenden Wertschätzung beizutragen. Wir sind daher sehr stolz, der erste deutsche Transportbetonhersteller zu sein, der diese Zertifizierung erhält. Getreu dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber.Das Gespräch führte Conny Eck.

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