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© Andrey Popov - Fotolia.com

Ausgabe 1/2018

Eine Vision erwacht zum Leben

Urbanisierung 4.0

Auf dem Gelände des ehemaligen „Patrick Henry Village“ bei Heidelberg soll die Wissensstadt der Zukunft entstehen. Damit dies gelingt, arbeitet ein interdisziplinäres Team aus renommierten Architekten, Wissenschaftlern, Designern und Industrieexperten an einem gemeinsamen Zukunftsbild.

Sie nehmen lediglich zwei Prozent der Erdoberfläche ein, beheimaten aber schon heute 50 Prozent der Erdbevölkerung. Sie benötigen 75 Prozent unserer Energie und sind für 80 Prozent der weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen verantwortlich: Städte. 200.000 Menschen ziehen jeden Tag vom Land in die Stadt. Was lockt Menschen in Städte? Grundsätzlich und stark vereinfacht: die Aussicht auf eine Steigerung der Lebensqualität.

Städte wachsen und wandeln dabei ihr Angesicht. Der Megatrend Urbanisierung stellt nicht nur existierende Städte vor immense Herausforderungen, sondern wirkt sich auch auf die Planungsprozesse neuer Städte aus. Während viele Großstädte der Entwicklungs- und Schwellenländer etwa mit Massenzuzügen, explodierendem Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung kämpfen, stehen die Städte industrialisierter Staaten vor der Herausforderung, den Wandel hin zu zeitgemäßen urbanen Räumen zu vollziehen. Eine wichtige Rolle in diesem Prozess spielt die Idee der „Wissensstadt von morgen“ – ein Thema, das sich auch die Internationale Bauausstellung (IBA) in Heidelberg auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Ein urbaner Archipel

Was aber macht eine Stadt zu einer Wissensstadt? Carl Zillich, kuratorischer Leiter der IBA Heidelberg, definiert sie als einen „Ort, an dem sich verschiedenste urbane Nutzungskonzepte überlagern und ideal ergänzen.“ Die Wissensstadt kombiniert ihre Ressourcen also klug miteinander: Arbeits- und Wohnorte, Bildungseinrichtungen, Energie- und Verkehrsinfrastruktur werden eng miteinander verzahnt und dadurch optimal nutzbar. Ein Versuch, dieser Wissensstadt der Zukunft Leben einzuhauchen, ist PHVision, die städtebauliche Vision für das „Patrick Henry Village“, eine ehemalige Siedlung der US-Armee bei Heidelberg. Über 10.000 Menschen sollen hier in naher Zukunft leben und arbeiten. Dem Konzept der Wissensstadt folgend sollen keine Trabantenstädte entstehen, wie sie etwa in den Vororten von Paris oder in Berlin bei den Großwohn- und Plattenbausiedlungen zu finden sind. Das Ziel der IBA und der von ihr beauftragten Experten war und ist es vielmehr, ein vernetztes und gleichzeitig eigenständiges Stadtquartier als Teil eines urbanen Archipels inmitten der Metropolregion Rhein-Neckar zu erschaffen.

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Die Zukunftsvision „PHVision“ als holografisches Stadtmodell auf der Expo Real 2017 in München

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Heidelbergs OB Prof. Dr. Eckart Würzner (links) und IBA Chef Prof. Michael Braum haben sichtlichen Spaß bei der Erkundung der holografischen Stadtquartiere des „Patrick Henry Village“.

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© Lutz Berger

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Alexander Knapstein (INSPIRATIONlabs GmbH) und Carl Zillich (IBA Heidelberg) präsentierten die Mixed Reality App PHVision für HoloLens auf der ExpoReal 2017 in München.

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© ExpoReal

Hologramme der Zukunft

Nicht nur das Projekt selbst, auch die Darstellung und Vermarktung ist zukunftsweisend. Auf Europas größter Immobilienfachmesse ExpoReal wurde die Vision für das Patrick Henry Village im Oktober 2017 nicht etwa anhand eines herkömmlichen Stadtmodells aus Styropor, Holz oder Pappe präsentiert, sondern als Mixed Reality Umgebung. Mit Hilfe der HoloLens, eines holografischen Computers von Microsoft, den man wie eine Brille auf dem Kopf trägt, konnten die Besucher digital in das Stadtquartier eintauchen. Im Kontrast zur Virtual Reality schirmt die Mixed Reality die Anwender nicht ab, sondern lässt sie mit ihrer Umwelt interagieren. Sie nutzt den Raum und reichert ihn mit zusätzlichen Informationen an, etwa in Form von Hologrammen.

Die Hologramme lassen sich wiederum selbst mit Mehrwert belegen. So können durch Klick-Gesten oder visuelle Aktivierung zusätzliche Informationen zu einem Hologramm eingeblendet, Medien abgespielt oder Animationen gestartet werden. Dadurch werden beispielsweise Funktionen eines Gebäudes oder städtebauliche Konzepte erlebbar. Die Anwender fühlen sich dabei nicht wie Außenstehende, sondern erleben das Ganze unmittelbar. Immersion nennen Fachkundige dieses Gefühl und die Möglichkeit des Eintauchens. Eben hier liegt das enorme Potenzial von Mixed Reality im Kontext von Architektur, Design und Planung. Mixed Reality zeigt nicht bloß, sie lässt eintauchen, erfahren und interagieren. Und auch wenn im Falle von PHVision die Hologramme vor allem der Information dienten, lässt das Projekt gut erahnen, was mit dieser Technologie künftig möglich sein wird. Wahrnehmung erzeugt Realität.Martin Schaarschmidt

Links

https://inspirationlabs.com/de/blog

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