Info

Bereits wenige Stunden nach der Betonage konnte die Ausfahrt wieder befahren werden.

Foto


Michael Voit

Ausgabe 1/2017Thema: Innovation

Rasante Erneuerung

Sanierung zweier Ausfahrten

Durch die Zugabe von Beschleunigern zu einem Beton mit Mikrohohlkugeln konnte die Fahrbahndecke im Bereich der hochfrequentierten Ein- und Ausfahrt eines Tanklagers in kürzester Zeit wieder befahrbar gemacht werden.

Optimal greifen Produktentwicklungen, die Arbeitsabläufe nicht nur verändern, sondern auch spürbar verbessern. Bei der erforderlichen Sanierung der Ausfahrten eines Tanklagers im Münchner Norden ermöglichte die clevere Kombination zweier Spezialprodukte von HeidelbergCement die Befahrbarkeit einer Fahrbahndecke aus Beton nach nur eineinhalb Tagen.

Tanklager sind, ohne dass wir sie zur Kenntnis nehmen, wichtige Bestandteile eines reibungslosen Verkehrsablaufs. Das Tanklager nördlich des Frankfurter Rings in München versorgt das Tankstellennetz im Großraum München. Bundesweit betreibt der Bauherr, das Unternehmen TanQuid aus Duisburg, 13 solcher Standorte. Allein im Münchner Tanklager werden täglich 500 Tankfahrzeuge beladen und sorgen dafür, dass das Benzin an den Zapfsäulen nicht versiegt. Um die reibungslosen Abläufe nicht unnötig zu behindern, war daher bei der Sanierung der Ausfahrten ein sehr enger Zeitrahmen vorgegeben. TanQuid hatte bei der Planung der Maßnahme im eigenen Hause einen Beton C35/45 mit XF4- und Q24-Anforderungen ausgeschrieben. Der Beton der Fahrbahndecke sollte sehr schnell abbinden und wieder befahrbar sein und gleichzeitig dauerhaft extremen Außenbedingungen und Witterungseinflüssen standhalten.

Bei der Sanierung der Betonflächen am Marienplatz in München hatte die Heidelberger Beton GmbH, Gebiet München, bereits gute Erfahrungen mit der Kombination der beiden Spezialbetone ­Chronocrete und Aircrete gemacht. So wurde für die Sanierung der Fahrbahndecke im Münchner Norden ebenfalls eine Rezeptur entwickelt, die die hohen Frühfestigkeiten von Chronocrete mit dem hohen Widerstand gegen Frost- und Frost-Taumittel-Angriff von Aircrete, einem Beton mit Mikrohohlkugeln, kombiniert. Dr. Robert Lukas, Leiter Qualität von ­Heidelberger Beton München, erläutert, warum für die hohe Anforderung dieser Baumaßnahme eine derartige spezielle Kombination notwendig war.

Aircrete® – Luftporenbeton für den perfekten Grund

Aircrete ist ein Luftporenbeton für Bauteile, die extremen Außenbedingungen und Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Zum Erreichen der erforderlichen Frost- und Frost-Tausalzbeständigkeit werden Mikrohohlkugeln als Betonzusatzmittel zugegeben. Mikrohohlkugeln sind vorgefertigte, sehr kleine, mit Luft gefüllte Poren, umschlossen von einer elastischen Kunststoffhülle. Bei Frostbeanspruchung stehen die Poren als Expansionsraum für das sich beim Gefrieren ausdehnende Wasser zur Verfügung.
www.heidelbergcement.de/de/beton/aircrete

Chronocrete® – Schnellbeton

Chronocrete ist ein Beton mit sehr schneller Festigkeitsentwicklung und hoher Dauerhaftigkeit. Der Hochleistungsbeton wurde speziell entwickelt für alle Reparaturen von Verkehrsflächen aus Beton, die schnell wieder für den Verkehr freigegeben werden müssen, sowie für Betonfertigteile und für Spezialanwendungen im konstruktiven Ingenieurbau.
www. chronocrete.de

„Die Zugabe von Mikrohohlkugeln zu dem beschleunigten Beton aus unserem Hause vermeidet Festigkeitsverluste und sichert gleichzeitig dessen Frost- und Tausalzbeständigkeit.“

Dr. Robert Lukas

„Mit der exakten Zugabe der erforderlichen Menge an Mikrohohlkugeln, das sind winzige vorgefertigte Luftporen mit elastischer Kunststoffhülle, stellen wir sicher, dass der hohe Frost- und Tausalzwiderstand auch unter erschwerten Bedingungen erreicht wird. Auf diese Weise lassen sich Festigkeitsverluste, wie sie durch unkontrollierte Luftentwicklung mit konventionellem Luftporenbildner auftreten können, vermeiden, und damit auch hohe Anforderungen an die Druckfestigkeit des Betons erfüllen.“ In einem Versuch, der im Zuge der Erstprüfung durchgeführt wurde (CDF-Test), bewies der eingesetzte Spezialbeton seinen hohen Frost- und Frost-Taumittel-Widerstand.

Das ausführende Bauunternehmen Klaus Hoch- und Tiefbau aus Wehringen realisierte die Sanierung im Bestand in zwei Arbeitsabläufen, so dass jeweils eine Fahrbahnseite weiterhin für den Werksverkehr offen stand. Zunächst wurde die zirka 30 Meter lange Zufahrt halbseitig aufgebrochen. Maroder Asphalt und alte Betonplatten mussten entfernt werden. Bevor ein Frostschutzkoffer eingebaut und die Betonpflasterkanten der einen Seite gesetzt werden konnten, war auch ein Bodenaustausch erforderlich. Nach einer Woche war der Untergrund vorbereitet und die abschließende, rund 30 Zentimeter dicke Fahrbahndecke konnte mit dem Hochleistungsbeton ausgeführt werden. Der Beton kam just in time im Fahrmischer aus dem Lieferwerk und wurde mit Kübeln eingebracht. Betonage, Ausführung des Besenstrichs und der nötige Fugenschnitt erfolgten an einem Tag. „Die kurze Zeit, nach der die Zufahrt nach Abschluss unserer Arbeiten am Samstagnachmittag wieder befahren werden konnte“, so Bauleiter Markus Sommer, „war das eigentliche Highlight dieser Baumaßnahme“. Tatsächlich konnten die Tanklaster schon am Montag ab vier Uhr morgens die neue Zufahrt befahren. Nach Tagesanbruch machten sich auch die Bauarbeiter von Klaus Hoch- und Tiefbau wieder an die Arbeit, um die zweite Hälfte der Zufahrt zu sanieren.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Erneuerung der Zufahrt zum Tanklager, München Nord

Bauherr:
TanQuid GmbH & Co. KG, Duisburg

Bauunternehmen:
Klaus Hoch- und Tiefbau GmbH, Wehringen

Beton:
100 m³ Chronocrete/Aircrete
C35/45 mit XF4- und Q24-Anforderungen von der Heidelberger Beton GmbH

Top

Dieser Inhalt ist schon bald verfügbar!

Zur Webseite zurückkehren