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Ausgabe 1/2016

Wildlife in der Stadt

Mensch und Tier auf Du und Du

Stadtmenschen fahren gerne raus in die Natur. Dabei ist die Natur schon längst in der Stadt angekommen.

In einer Großstadt lassen sich vielfältige Lebensentwürfe und -räume verwirklichen. Seit einigen Jahren ist klar: Davon profitieren nicht nur die Menschen, sondern auch Pflanzen und Tiere. Wie wohl sie sich in Städten fühlen, zeigen einige Beispiele: Im Stuttgarter Rosensteinpark und im Schlossgarten leben derzeit im Schnitt rund viermal so viele Feldhasen wie auf einem Feld in freier Wildbahn. In der Mainzer Innenstadt lassen sich rund 70 laut Roter Liste bedrohte Tierarten zählen. Und in der Hauptstadt Berlin tummeln sich neben 3,5 Millionen Menschen mehr als 50 verschiedene Säugetier- und rund 180 Vogelarten. Sie leben in Parks, Gärten, auf Balkonen, in Kirchtürmen, auf Brachflächen und sogar in Schulhöfen.
Von den Stadtfüchsen haben die meisten schon gehört, ebenso von marodierenden Wildschweinen in Außenbezirken, aber dass auch Waschbären, Fledermäuse, Schleiereulen und Turmfalken in der Stadt leben, wissen wohl eher wenige. Nicht zu vergessen: die seltenen Insektenarten, wie zum Beispiel der laut Roter Liste stark gefährdete Eremit, auch Juchtenkäfer genannt, der durch Stuttgart 21 zu etwas Ruhm gelangte. Wo sich der Lebensraum von Mensch und Natur berührt oder überschneidet, kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Nicht nur bei großen Bauprojekten, sondern immer, wenn Wildschweine Blumenbeete verwüsten, Waschbären Mülltonnen auseinandernehmen oder Steinmarder frühmorgens über den Dachboden toben oder Bremsleitungen anknabbern. Dann wünschen sich die Betroffenen die Natur wieder weit raus aus der Stadt. Damit es mit den neuen Nachbarn trotzdem klappt, sind Naturschützer in Aktion. Sie bieten Wildtierexkursionen mitten in der City, Workshops zum gemeinsamen Bau von Nistkästen, Anleitungen zur Ansaat von Blumenwiesen oder Imkerschulungen für eigenen Honig aus der Stadt. Ihr Ziel: noch mehr seltene Natur in die Städte zu locken, aber auch Kenntnisse zu vermitteln und Verständnis zu wecken.Anke Biester

Waldfibel-App

Sind Natur, Wald und Wiesen nicht gleich um die Ecke, kann eine neue App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Abhilfe schaffen. Mit Eichhörnchen, Hirsch und Fuchs kommt man nicht nur analog in Berührung. Es gibt sie auch online.
www.waldkulturerbe.de/waldmaterialien/die-waldfibel

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