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Nicht weit vom bunten Treiben in Berlin-Mitte entfernt liegen die Wohnhäuser ruhig und beschaulich auf einer kleinen Insel.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 1/2016Thema: Berührungspunkte

Reif für die Insel

Wohnbebauung Tegeler See

Zentrumsnah und doch abgeschieden sind auf einer kleinen Insel im Tegeler See sieben Wohnhäuser entstanden. Die ansprechende zeitlos-klassische Bauweise entspricht der exklusiven Wohnlage. Alle Bauten wurden mit Kalksandstein KS-QUADRO in unterschiedlichen Stärken gemauert.

Fast ein Klischee: In aller Ruhe pirscht ein prächtiger Fuchs keine zehn Meter entfernt über die Straße. Auch die Schwanenfamilie mit ihren drei grauen Halbwüchsigen lässt sich bei ihrem Abendausflug im ruhigen Wasser rund um die kleine Insel nicht stören. Was nach Gazetten-Romantik klingt, ist Realität, am Tegeler See, unweit des kleinen Zentrums Alt-Tegel und per U-Bahn nur etwa eine Viertelstunde von Berlin-Mitte entfernt. Hier draußen also, wo sich Fuchs und Stubentiger beim Freigang gute Nacht sagen, ist unter Bauherrenschaft des Immobilienentwicklers GBI AG auf einem vom Wasser umgebenen Eiland ein kleines, sehr feines Quartier mit 49 Wohneinheiten entstanden. Den Erdgeschosswohnungen sind kleine Privatgärten zugeordnet. Die oberen Stockwerke bis hin zu den großzügig angelegten Dachwohnungen haben Balkone und Sonnenterrassen in verschiedene Himmelsrichtungen. „Die dreigeschossigen Bauten mit ihrem dezent zurückspringenden Staffelgeschoss sind so angeordnet, dass man von jeder der Drei- bis Vierzimmerwohnungen hinaus aufs Wasser blicken kann“, erläutert Projektbetreuer Tim Akyol, der das Bauvorhaben von Anfang an begleitet hat.

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Großzügige Verglasung und 2.78 Meter Deckenhöhe sorgen für ein urbanes Wohngefühl.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Zu Beginn saß Akyol hier, wo sich nun ein moderner Kinderspielplatz erstreckt, mit einem Heizlüfter in einem Verkaufscontainer. Es galt, Kaufinteressenten mit Enthusiasmus von den Vorteilen des Wohnens am Tegeler See zu überzeugen. „In Blickweite war eigens ein Damm aufgeschüttet worden, über den per Lkw kontaminierter Boden abgefahren und Baumaterial angeliefert wurde.“ Seine Begeisterung für das Bauvorhaben ist stetig gewachsen, hat er sich doch bis ins Detail, von der Grundrissplanung bis zur Fassadengestaltung oder der Bemusterung der Fensterbänke aus Naturstein, vom Edelstahl-Fenstergriff bis zur Badausstattung mit dem Team des Architekten Prof. Gernot Nalbach auseinandergesetzt. Dessen Berliner Büro Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten mbH hatte die Planung der Entwurfsarchitekten von deluse architects umgesetzt.

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Dreißig Jahre lang eine Brachfläche mitten in Berlin – kaum vorstellbar: Pläne von der Seniorenresidenz bis zum Freizeitpark konnten die künstliche Insel bisher nicht zum Leben erwecken. Nun ist ein Quartier mit 49 Wohnungen entstanden.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Die Eigentümer, die in einem Preissegment zwischen 3.450 und 4.300 Euro pro Quadratmeter investiert haben, legten nicht nur Wert auf eine attraktive Optik oder hochwertige Ausstattung. Sie stellten auch hohe Ansprüche an Energieeffizienz und Schallschutz. Die Bauten wurden daher bis hin zu den Innenwänden mit Kalksandstein gemauert. Je nach Erfordernis kamen für über 4.000 Quadratmeter Wandfläche Kalksandsteine KS-QUADRO 20-2,0 zum Einsatz, in unterschiedlicher Dimensionierung für die jeweilig geforderten Wandstärken, von der Außenwand über die Wohnungstrennwand bis zur Innenwand. Vorausschauend sind die Bauten seniorengerecht geplant und ausgestattet worden. Die Immobilien verfügen über Solarthermie, eine individuell steuerbare Fußbodenheizung, gespeist von einem modernen Heizsystem mit Wärmerückgewinnung. Im Innern großzügig und komfortabel, hebt sich die geschmackvolle Bebauung bei einem Besuch mit ihren klaren Konturen deutlich vom Berliner Nachthimmel ab.

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Thomas Krieger

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Thomas Krieger

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Tim Akyol

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Tim Akyol

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Thomas Krieger

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Dabei stand es lange nicht gut um den idyllischen Ort. Die 9.000 Quadratmeter große Insel war zu Zeiten der internationalen Bauausstellung IBA 1987 als temporärer Terminal für Flusskreuzfahrten für zig Millionen Mark aufgeschüttet worden. Ringsum sind damals, inspiriert von postmodernen Konzepten, enorme Wohnzeilen mit über 300 Wohnungen entstanden. Als beispielhaftes Zeugnis jener 1980er Jahre gilt die Humboldt-Bibliothek Tegel. Diese ließ eine Architektengruppe um den US-Amerikaner Charles Moore, einem der Theoretiker der Postmoderne, ganz in einem klassizistischen, gleichwohl ironischen Stil am Tegeler Hafen errichten, unmittelbar neben der von ihm ins Leben gerufenen Insel.

Nach der Berliner IBA 1987, die in anderen Stadtteilen vor allem auch durch die kritische Rekonstruktion des Altbaubestandes von sich reden machte, fiel das Eiland in einen Dornröschenschlaf, aus dem es Jahrzehnte später auch ein russischer Investor nicht erwecken konnte. Er hatte hier vereinzelte Villen geplant und war über derlei Vorhaben im Rahmen der Finanzkrise 2008 insolvent gegangen. Als schließlich die GBI AG das Areal im Sommer 2012 kaufte und die Tochter GBI Wohnungsbau das Projekt entwickelte, mussten zunächst Altlasten entsorgt, kontaminiertes Gelände abgetragen sowie mit Hilfe von Bohrpfählen die Gründung gesichert und so das Fundament der Immobilien gestärkt werden. Die neuen Verantwortlichen haben sich durch keine größeren und kleineren Probleme von ihrer Vision vom Maritimen Wohnen auf der Tegeler Insel abbringen lassen. Insgesamt 22 Millionen Euro hat das Immobilienunternehmen in ihre Wohn-Attraktion investiert und die seit 30 Jahren unzugängliche Insel für die Öffentlichkeit erschlossen. Über drei Stege, einer davon befahrbar, ist die Insel seither für Bewohner und Spaziergänger erreichbar.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Maritimes Wohnen auf der Tegeler Insel, Neubau von sieben Stadthäusern mit 49 Wohneinheiten auf auf 5.500 m2

Bauherr:
GBI Wohnungsbau GmbH & Co. KG, Berlin

Generalunternehmer
PBMG Projekt- und Baumanage-mentgesellschaft mbH, Kassel

Architekten:
Entwurfsplanung: deluse architects, Berlin, Leistungsphase 1-4
Ausführung: Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin, Leistungsphase 5-9

Bauunternehmen:
CONEX Baugesellschaft BH, Berlin

Produkte:
Kalksandstein KS-QUADRO 20-2,0 von der Heidelberger Kalksandstein GmbH, Lieferwerk Herzfelde; über den Baustoffhändler Raab Karcher, Berlin für ca. 4.000 m² Mauerwerk mit den Wanddicken 15 und 17,5 cm (geringe Mengen) und 20 und 30 cm (überwiegend)

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