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Im Heidelberger Mathematikon liegt dem Besucher ein Verweis auf die Grundlagen der digitalen Kommunikation zu Füßen.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 1/2016Thema: Berührungspunkte

Pflaster als Strichcode

Landschaftsgestaltung mit Betonplatten in Heidelberg

In die Außenanlagen des Lehr- und Forschungsgebäudes Mathematikon wurden spielerisch Strich- und QR-Codes implementiert. Verschiedenfarbige Betonplatten und die Anordnung der Außenraummöblierung schaffen Assoziationen zur Welt der Mathematik und Informatik.

Die meist am wenigsten beachtete Baukunst ist jene gestalteter Außenbereiche. Dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen, zeigt unter anderem die Landschaftsgestaltung rund um das Mathematikon in Heidelberg. In diesem zweigeteilten Gebäudekomplex sind vor kurzem die Institute und Einrichtungen der Fakultät für Mathematik und Informatik und das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) an einem Ort zusammengeführt worden. Für Pflasterung und Möblierung des öffentlichen Raums rund um den Neubau zeichnen die Landschaftsarchitekten von faktorgruen verantwortlich. Ihr Entwurf thematisiert die binäre Darstellung von Daten in verschiedenen Codes und zieht dafür unter anderem den Bodenbelag aus Beton mit ein. Die großformatigen Betonplatten, die für die Gestaltung des Außenraums gewählt wurden, hat Lithonplus geliefert.

Plan:

faktorgruen Freie Landschaftsarchitekten bdla

Für den Leiter der Anwendungstechnik des Unternehmens, Alexander Eichler, entstehen auf diese Weise Berührungspunkte, die – wie die allgegenwärtigen Strichcodes scheinbar beliebig, flüchtig, doch immer und eigentlich für alle ersichtlich vorhanden sind „Doch kaum einer ahnt beim Betreten der Zugänge, dass er über einen vom mathematischen Kontext inspirierten Barcode läuft.“ Man muss sich auch erst bewusst machen, dass das Gelände mit Bäumen und Pflanzquadraten einen QR-Code abbildet, also die Quick Reponse Methode aufgreift, die entwickelt wurde, um Informationen maschinell einlesen zu können. Es ist nun nicht so, dass man, etwa mit einem Smartphone in der Hand, rund um das Mathematikon Informationen abscannen könnte. Ebenso wenig sind die vermeintlichen Strichcodes, die durch die verschiedenfarbigen Betonplatten gebildet werden, als chiffrierte Botschaften zu verstehen. Sie weisen vielmehr zeichenhaft auf die Allgegenwart naturwissenschaftlich basierter Entwicklungen in unserem Alltag hin.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

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Lithonplus

Für die Farbreihen dieser Strichcodes wurden großformatige Betonplatten ausgewählt und eingesetzt. Die zwei ausgesuchten Farbtöne Anthrazit und Mittelgrau stellen mit ihrem Kontrast den symbolischen Code dar. Allerdings bilden die Außenanlagen der neuen mathematischen Fakultät nicht nur die sichtbaren Berührungspunkte digitaler Kommunikation ab, sie müssen auch den alltäglichen Belastungen, dem regen Durchgang Tausender Menschen, standhalten. Die Belastbarkeit der Betonbodenplatte „Rupal“ mit einer Dicke von 14 Zentimetern und rutschsicherer Oberfläche ist enorm. Außerdem verhindern angeformte Verzahnungen jede Verschiebung. Die auf Höhe geschliffenen, kalibrierten und hochwertig bearbeiteten Betonelemente sind so verlegt, dass sie sicher in ihrer Bettung liegen.

Das von den Unternehmen Lithonplus und Heidelberger Sand und Kies entwickelte Bettungsmaterial hebt sich aufgrund seiner speziell abgestimmten Sieblinie und der geringen Feinanteile in Bezug auf Verarbeitbarkeit und technische Leistungsfähigkeit von bisherigen Bettungsmaterialien für Pflasterflächen ab. „Es ist außerordentlich beständig und wirkt stabilisierend“, bestätigt Alexander Eichler. „Die planerischen Herausforderungen führten zu vielen Abstimmungsgesprächen zwischen den am Bau Beteiligten und dem technischen Vorverkauf“, erinnert er sich. Im Dialog konnten überraschend einfache und gleichzeitig überzeugende Lösungen für unterschiedliche Anforderungsbereiche der Außenanlage gefunden und umgesetzt werden. Der Betonplattenhersteller arbeitete den Landschaftsarchitekten statische Belastungsannahmen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche aus. So wurden etwa die Platten der Lieferzufahrten für die Ladengeschäfte im Mathematikon von der Lithonplus Anwendungstechnik dimensioniert, die Belastungen vierdimensional hochgerechnet und freigegeben. Im Vorfeld hatte der Bauherrenvertreter vom technischen und kaufmännischen Außendienst vor Ort eine maßgeschneiderte Musterfläche zur Abstimmung erhalten. Der Verarbeiter profitierte von einer detaillierten Verlegeschulung mit persönlicher Betreuung im Werk Eggenstein. Es sind gestaltete Außenanlagen entstanden, die den hohen baukulturellen Wert des Bauwerks unterstreichen.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Außenanlagen Mathematikon, Heidelberg

Bauherr:
Klaus Tschira Stiftung gGmbH sowie Mathematikon Heidelberg GmbH & Co. KG

Architekten
Architekten Bernhardt + Partner, Darmstadt

Landschaftsplaner:
faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla, Heidelberg

Verarbeiter:
Böttinger GmbH Garten- und Landschaftsbau, Dossenheim

Handel:
BENZ GmbH & Co. KG Baustoffe, Hemsbach

Hersteller:
Lithonplus GmbH & Co. KG, Werk Eggenstein-Leopoldshafen

Produkt:
7.210 m² Betonplatten / Betonpflaster Rupal Großformat in der Stärke 14 cm

Abmessungen:
37,5/37,5/14 cm | 50/50/14 cm | 75/37,5/14 cm | 75/50/14 cm

Oberfläche:
Prägo Grau + Pasand Grau ST 6950

Bettungsmaterial:
SK-LP 04 von der Heidelberger Sand & Kies GmbH, Lieferwerk Hagenbach

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