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Für die Betonage der Kolke mussten Fahrmischer und Betonpumpe auf einen Ponton verladen und zur Einbaustelle gebracht werden.

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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Ausgabe 1/2016Thema: Berührungspunkte

Gekonnt geklammert

Sohlsicherung am Wehr Wieblingen

Am Wehr Wieblingen stehen Baumaßnahmen zu Sicherung der Sohle an. Durch Wasserwalzen im Unterwasser haben sich große Vertiefungen am Grund des Neckars gebildet, die die Standsicherheit des Wehres gefährden.

Mindestens einmal im Jahr bekommen die Heidelberger nasse Füße. Vor allem im Frühjahr zur Schneeschmelze oder nach heftigen Regengüssen drohen insbesondere der Altstadt Überschwemmungen und vollgelaufene Keller. Ein zentrales Bauwerk für den Hochwasserschutz in der Stadt ist das Wehr am Heidelberger Stadtrand Richtung Wieblingen. Es regelt den Abfluss aus dem Teil des Neckars, der das Stadtgebiet Heidelbergs durchquert. Rund vier Meter Höhenunterschied liegen zwischen dem Pegel vor dem Wehr und dem Pegel im Altneckar. Dadurch entsteht eine besonders hohe Energie, wenn die Verschlüsse bei Hochwasser geöffnet werden müssen und das Wasser in den Altneckar schießt. Die Folge: Schäden an der unbefestigten Sohle des Flusses. Zum Teil bis zu zehn Meter tiefe Krater, sogenannte Kolke, haben sich dort hineingefressen. Weil diese Kolke immer weiter in Richtung des Wehres wandern und den Vorboden teilweise um drei bis vier Meter unterspült haben, ist die Standsicherheit des 1923 bis 1925 errichteten Bauwerkes mittelfristig bedroht. „Wir konnten nicht länger warten, es ist sonst bald – abstrakt gesprochen – Gefahr in Verzug“, so Klaus Michels, Leiter des Amtes für Neckarausbau Heidelberg. „Damit die Standsicherheit der Wehranlage und der Trennmauer zum Seitenkanal nicht durch eine weitere Vergrößerung der Kolke gefährdet wird, werden diese sukzessive mit einem speziellen Unterwasser-Verklammerungsmörtel befestigt und soweit erforderlich verfüllt, mit dem Ziel einer dauerhaften Sohlsicherung“, so Michels weiter.


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© HeidelbergCement (Steffen Fuchs)

Für die Betonage der Kolke in den Abschnitten Feld 5 und 6 mussten Fahrmischer und Betonpumpe auf einen Ponton verladen und zur Einbaustelle gebracht werden. Das Einbringen des Materials von Hand im bis zu sechs Meter tiefen Wasser musste mit erfahrenen Tauchern geschehen. „Die sehen nichts unter Wasser“, erklärt der Projektleiter der Bauüberwachung, Wolfgang Paule von der Fichtner Bauconsulting GmbH. „Das Einbringen der erforderlichen Vergussmenge pro Quadratmeter muss der Taucher im Gefühl haben und ausschließlich durch seine Bewegungen sowie durch die Geschwindigkeit der Fördermenge der Pumpe steuern.“

Rund 70 Kubikmeter Verklammerungsmaterial kamen auf der 240 Quadratmeter großen Fläche am Wehr Wieblingen zum Einsatz, geliefert von der Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG. „Die Entladung der je rund sechs Kubikmeter Verklammerungsmörtel dauerte pro Fahrmischer rund 45 Minuten“, so Sven Biermann, Verkaufsberater bei Heidelberger Beton. „Eine im Vergleich zu anderen Baustellen lange Zeit. Doch nur so ist gewährleistet, dass die Taucher zielgerichtet arbeiten können.“ Eingesetzt wurde ein Verklammerungsmörtel C20/25 F3 dessen Rezeptur zwischen der Firma Gewatech und der Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG, Eppelheim, abgestimmt wurde. „Ein für den Unterwassereinsatz entwickeltes Einbauverfahren ermöglicht es, den Verklammerungsmörtel in definierter Menge auf einer definierten Fläche des Deckwerkes einzubauen. Die Konsistenz und die Korngröße des Zuschlags werden dabei so abgestimmt, dass der Mörtel nicht nur die oberste Steinlage verklammert, sondern auch die darunterliegenden. Damit wird eine flächige Verklammerung erreicht bei gleichzeitigem Erhalt der Durchlässigkeit des Deckwerkes.“

Aufgrund des hohen Alters von über 80 Jahren waren und sind weitere Instandsetzungsarbeiten am Wehr Wieblingen erforderlich, um die Anlage für die nächsten Jahrzehnte funktionsfähig und standsicher zu erhalten. Seit 2006 wurden daher sukzessive zwei Wehrfelder, die Wehrpfeiler, die dazugehörigen Antriebshäuser und der Wehrsteg ersetzt. Auch die komplette Antriebs- und Steuerungstechnik wurde erneuert und eine Sanierung der Betonoberflächen durchgeführt. Mittelfristig plant das Amt für Neckar-ausbau Heidelberg einen Ersatzneubau der Gesamtanlage mit neuen Verschlusselementen.Conny Eck

Objektsteckbrief

Projekt:
Kolksicherung am Wehr Wieblingen, Heidelberg

Bauherr:
Amt für Neckarausbau Heidelberg

Planung/Ingenieurleistung:
grbv Ingenieure im Bauwesen, Hannover

Bauausführendes Unternehmen:
Früh Ingenieurbau GmbH & Co. KG, Achern; Gewatech GmbH & Co. KG, Osnabrück

Bauüberwachung:
Fichtner Bauconsulting GmbH, Stuttgart

Beton:
70 m3 Verklammerungsmörtel C20/25 F3 nach Zusammensetzung, geliefert von der Heidelberger Beton Kurpfalz GmbH & Co. KG nach Vorgaben der Gewatech GmbH & Co. KG

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