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Die umfassenden Bauarbeiten am Baudenkmal Staatsoper Unter den Linden laufen bis ins Jahr 2017. Auch hier birgt der historische Bestand manche Unwägbarkeit, die schon zu Verzögerungen geführt hat.

Ausgabe 1/2015 Thema: Qualität

Voller Klang

Sanierung der Staatsoper Unter den Linden

Ein weiteres Großprojekt gibt Berlin eine besondere Note: Über Jahrzehnte nur punktuell modernisiert und repariert, wird die Staatsoper Unter den Linden nun unter Federführung des Büros hg merz umfassend, aber feinfühlig saniert und bis 2017 auf einen modernen Opernbetrieb eingestimmt.

Als die Staatsoper im Jahr 1742 als größtes Opernhaus Europas eröffnete, war das Gebäude teilweise noch eine Baustelle. Seit jener Zeit hat das Opernhaus, einst von Architekt Knobelsdorff im Auftrag von Friedrich II. von Preußen klassizistisch im Stile Palladios geplant, mehrere Umbauphasen durchlaufen. Daniel Barenboim, seit über zwanzig Jahren Generalmusikdirektor im Haus, soll sich für die aktuelle Sanierung eine moderne Gestaltung im Inneren der alten Hülle gewünscht haben, erzählt Holger Espig. Für die Qualität der Darbietungen sei sein gestrenger Chef ein Glücksgriff, meint der Musiker. Die Staatsoper Unter den Linden steht ja seit der Wende, zumindest künstlerisch, zu den beiden anderen Opernhäusern der Stadt, der Deutschen Oper und der Komischen Oper, in Konkurrenz. „Musikalisch geht Barenboim immer an die Grenzen, man muss unheimlich diszipliniert arbeiten, denn der Maestro versucht stets, das Optimale aus einem Stück herauszuholen.“ Gleichwohl hat sich der Berliner Senat nach teilweise kontroversen Debatten für eine Generalsanierung im denkmalpflegerischen Interesse entschieden. Unter dieser architektonischen Vorgabe wurde das Bühnenhaus bereits baulich gesichert, die Bühnentechnik soll noch verbessert werden. Ein neues, 110 Meter langes, unterirdisches Bauwerk, mit Bohrpfahlwänden zur vertikalen Abdichtung und Mikropfählen zur Rückverankerung, dient der unterirdischen Verbindung der verschiedenen Gebäude, insbesondere von Hauptbühne und Probenzentrum, sowie der Lagerung und dem zügigen Transport der Bühnendekoration. Die an das Erdreich grenzenden Bauteile des Zuschauerhauses erhielten eine neue Abdichtung, die das Einsickern von Grundwasser verhindert.

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Die umfassenden Bauarbeiten am Baudenkmal Staatsoper Unter den Linden laufen bis ins Jahr 2017. Auch hier birgt der historische Bestand manche Unwägbarkeit, die schon zu Verzögerungen geführt hat.

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Die umfassenden Bauarbeiten am Baudenkmal Staatsoper Unter den Linden laufen bis ins Jahr 2017. Auch hier birgt der historische Bestand manche Unwägbarkeit, die schon zu Verzögerungen geführt hat.

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Die umfassenden Bauarbeiten am Baudenkmal Staatsoper Unter den Linden laufen bis ins Jahr 2017. Auch hier birgt der historische Bestand manche Unwägbarkeit, die schon zu Verzögerungen geführt hat.

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Der Rohbau für das neue Probenzentrum ist 2013 bis zum zweiten Obergeschoss fertiggestellt. In der linken Bildhälfte sieht man die gesicherte Baugrube für das unterirdische Bauwerk.

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Nach 75 Tagen steht die neue Dachkonstruktion im November 2013.

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Ab Januar 2014 kann der Innenausbau des Daches beginnen.

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Im Probensaal wird Ende 2014 der Fußboden verlegt.

Im Innern wurde das Opernhaus von diversen Schadstoffen sowie bautechnischen Mängeln befreit. Dem aktuellen Umbaukonzept gibt Richard Paulicks denkmalgeschützte Formensprache die entscheidende Prägung. Der Architekt hat den kriegszerstörten Bau in den 1950er Jahren in historischer Anlehnung wieder als Opernhaus aufgebaut. Bei der jetzigen Sanierung müssen sich die Architekten und Fachplaner mit den Aspekten Denkmalschutz, aber auch Barrierefreiheit und Sicherheit eines öffentlichen Kulturbaus auseinandersetzen. Bei allen Maßnahmen können sie auf Baustoffe von höchster Qualität zurückgreifen. Heidelberger Beton beliefert seit Beginn der Bauarbeiten bis zur voraussichtlichen Fertigstellung 2017 vor Ort tätige Bauunternehmen mit unterschiedlichen Betonen und Spezialprodukten. Die nahe gelegenen Betonwerke und Betonspezialisten können immer wieder auf die unterschiedlichen Anforderungen der Baustelle reagieren und sie zeitnah beliefern.

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2013 ist im Zuschauersaal die Bodenabdichtung fertig. Hunderte von Sandsäcken beschweren die Bodenplatte, um die eingebrachte Abdichtung zu testen.

„Oper ist visueller Genuss gepaart mit akustischem Erleben.“

Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Verbesserung der Akustik. So entsteht durch die Anhebung der Saaldecke um fünf Meter oberhalb der Ränge ein neuer Raum, die sogenannte Nachhallgalerie. Dieser Eingriff bewirkt, dass fast um die Hälfte mehr Raumvolumen geschaffen und die Raumresonanz hörbar bereichert wird. Holger Espig kennt die Vorzüge einer langen Nachhallzeit, die den Besuchern und den Musikern mehr Klangfülle bietet. Als stellvertretender Solo-Bratscher bei der Staatskapelle Berlin, dem Hausorchester der Staatsoper Unter den Linden, die auch Konzertorchester ist, hat er schon die halbe Welt bereist. Espig weiß um die Klangfülle großer Konzerthäuser, etwa die der Carnegie-Hall in New York oder der Suntory Hall in Tokio. Wenn die Staatsoper Unter den Linden wiedereröffnet wird, rückt sie durch das Mehr einiger Zehntel Sekunden Nachhall auch in puncto Akustik in die erste Reihe. Die Steigerung von 1,1 auf 1,6 Sekunden stellt sie dann auf eine Stufe mit der Scala in Mailand und wird den künstlerischen Anforderungen auf höchstem Niveau gerecht.

Zwischenzeitlich ist der Opernbetrieb im vakanten Schillertheater untergekommen, kaum fünf Kilometer westwärts. Für alteingesessene Besucher ist der Weg nach Charlottenburg immer noch ein Hemmnis. Wenn die Interimssituation dort auch nicht die schlechteste ist, sehnt sich Musiker Espig doch zurück in das Traditionshaus mit seinem großzügigen Orchestergraben. „Es wird insgesamt viel geräumiger sein“, weiß er. Und er freut sich schon jetzt auf die Klangqualität im Opernsaal, in dem „der letzte Ton nicht wegsackt, sondern etwas bleibt – das ist auch für die Musikerseele schöner“.Susanne Ehrlinger

Objektsteckbrief

Projekt:
Projekt Generalsanierung Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Bauherr:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

Architekten:
hg merz architekten museumsgestalter, Berlin, Stuttgart

Beteiligte Bauunternehmen:
mib – märkische ingenieur bau gmbh, Wriezen Wolfgang Bauer Ingenieurbau GmbH, Mühlenbeck

Betonlieferant:
Heidelberger Beton GmbH – Gebiet Berlin-Brandenburg

Produkte:
Normalbetone, Spezialbetone (Leichtbeton), Zement
an mib: 2.580 m3 Beton , entspricht ca. 775 t Zement, darunter Normalbetone der Festigkeitsklassen von C12/15 bis C45/55, Leichtbeton LC25/28 D1,6 als leicht verarbeitbarer Beton in der Konsistenz F6 sowie Frischmauermörtel
an Wolfgang Bauer: 750 m3 Beton, entspricht ca. 225 t Zement, darunter Normalbetone der Festigkeitsklassen von C20/25 bis C30/37,
ca. 40 m3 Leichtbeton LC45/50 D1,8

Fertigstellung:
2017

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